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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2010 >> Ausgabe 1 >> Akuter Tinnitus - Meistens verschwindet das Ohrgeräusch wieder

Akuter Tinnitus - Meistens verschwindet das Ohrgeräusch wieder

Es ist plötzlich da, von einer Sekunde auf die andere. Ein Pfeifen, Rauschen oder Brummen erfüllt das Ohr, doch der Lärm kommt nicht von außen.

Keiner hört es, nur für die Betroffenen ist es mit der Stille vorbei. Tinnitus, wie das unerwünschte Auftreten des Ohrgeräusches genannt wird, entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem Volksleiden.

Nach Angaben der Deutschen Tinnitusliga tritt in Deutschland jährlich bei zehn Millionen Menschen ein unerwünschtes Pfeifen, Brummen oder Rauschen auf, aber nur bei rund 250.000 Menschen wird ein chronischer Tinnitus daraus.

„Bei den meisten Menschen verschwindet das Ohrgeräusch so schnell wieder, wie es gekommen ist“, weiß Dr. Swetlana Becker, die zusammen mit ihrem Kollegen Christoph Becker die Patienten der Tinnitus-Sprechstunde im Klinikum Nord aus HNO-ärztlicher Sicht betreut. Kein Grund zur Panik also. Die junge Ärztin rät den Betroffenen, beim Auftreten von Ohrgeräuschen einen niedergelassenen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen, der dann eine umfassende Hördiagnostik durchführt.

Pfeifen im Ohr: Dr. Swetlana Becker, Ärztin in der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik im Klinikum Nord rät bei einem Dauergeräusch im Ohr zu einer umfassenden Hördiagnostik
 

Ursachen für Tinnitus können Mittelohrentzündungen, ein Knalltrauma oder ein Morbus Menière sein, der sich mit Schwindel, Tinnitus und Hörminderung bemerkbar macht. Die Einnahme bestimmter Medikamente, die in hoher Dosierung die Haarzellen im Innenohr schädigen, kann ebenso einen Tinnitus hervorrufen wie Durchblutungsstörungen im Gehirn oder ein Akustikusneurinom, ein seltener Hirntumor.

In den meisten Fällen lässt sich für das Phänomen Tinnitus allerdings keine organische Ursache finden. Bekannt ist jedoch, dass ständig hohe Lärmbelastungen, beruflicher Stress oder familiäre Belastungen die Auslöser sein können. „Eine psychologische Betreuung ist daher bei Patienten mit starker psychischer Belastung dringend angeraten“, sagt Dr. Becker.    

HNO  

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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