Klinikum-Kinderakademie - Das Wunder der Atmung
Ohne Sauerstoff gibt es kein Leben. Doch wie kommt der Sauerstoff ins Blut? Mit dem „Wunder der Atmung“ beschäftigten sich knapp 90 Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren bei der Klinikum-Kinderakademie im Zentrum für Neugeborene, Kinder und Jugendliche im Klinikum Nürnberg Süd.
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Bevor die Nachwuchsforscher selbst Hand an legen konnten, machte ihnen Prof. Helfried Gröbe, der ehemalige Chefarzt der Kinderklinik, deutlich, was beim Luftholen alles passiert. Dass das Atmen durch die Nase besser ist als durch den Mund, wussten schon die meisten Kinder: Bevor die Luft in die Bronchien geht, sollte sie nämlich gereinigt, angewärmt und angefeuchtet werden. Aber kann man in der Nacht beim Schlafen das Atmen vergessen? „Nein“, beruhigt Gröbe, „das Atmen wird durch das Stammhirn gesteuert, es ist ein Reflex.“ Bronchien, Kohlendioxid, Lungenbläschen und Zwerchfell waren schon nach kurzer Zeit für die jungen Forscher keine Unbekannten mehr. |
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Die Mädchen und Jungen staunten nicht schlecht, dass der Weltrekord im Luftanhalten bei knapp 18 Minuten liegt und wie viele unterschiedliche Rezepte es gegen einen Schluckauf gibt. Dann zieht sich das Zwerchfell plötzlich krampfhaft zusammen und presst die Luft nach oben durch den Kehlkopf, so dass der „Hick“-Ton entsteht. „Beide Ohren zuhalten und etwas Wasser schlucken“, „Luft anhalten und Wasser trinken“, „Von jemandem erschreckt zu werden“, meinen Maximilian, Lena und Sarah. Prof.
Gröbe hat einen besonderen persönlichen Tipp: „Dreimal hintereinander schlucken, ohne zu atmen und dabei die ganze Zeit mit dem kleinen Finger wackeln.“ Ungläubig schauen sich die Kinder an, bis ihnen ein Licht aufgeht: Wesentlich ist es, vom Schluckauf abgelenkt zu werden, dann verschwindet er wieder.Mit all diesem Expertenwissen ausgerüstet gehen die Kinder in Gruppen zu jeweils zehn bis elf Mädchen und Jungen in die Kinderklinik zu vier Stationen. Bei Dr. Karl Bodenschatz, dem Leitenden Oberarzt der Kinderchirurgie, können die Nachwuchsforscher mit einem Endoskop die Lunge eines Schafes erkunden. Die Luftröhre geht es Knorpelspange um Knorpelspange hinunter bis mitten in die Bronchien. Jeder kann sich nun vorstellen, was passiert, wenn man zum Beispiel versehentlich eine Erdnuss einatmet.
Bei der zweiten Station erfahren die Kinder von Krankenpflegerin Heike Eiselt-Ruckhaber, wie man die Leistungsfähigkeit einer Lunge misst und welchen Stellenwert diese Werte zum Beispiel bei Diagnose und Behandlung von Asthma besitzen. Der Mund umschließt dabei ganz eng ein Mundstück, die Nase erhält einen Nasenzwicker und dann geht es schon los. Die siebenjährige Anna merkt sehr schnell, wie anstrengend es ist, möglichst viel Luft ein- und dann in einem Stoß wieder auszuatmen.
Rund um die Notfallbeatmung dreht sich die dritte Station. Krankenpfleger Walter Spruck demonstriert anhand der Puppen eines Babys und eines Jugendlichen, worauf es dabei ankommt. Anschließend zeigen Prof. Gröbe und Krankenpflegerin Antje Richter, wie sich das Atemholen und die Lunge im Stethoskop anhören. Beim gegenseitigen Abhören fühlt sich Johanna bei dem Geräusch an ein „kleines Gewitter“ erinnert, für Tobias ist das „ein bisschen so wie der Start einer Rakete“, Thomas denkt eher an ein „Meeresrauschen“ und Julia an „einen Wind, der kommt und wieder geht“. Nach Durchlauf aller Stationen erhielten die Kinder ihre Urkunde und den Aufkleber für das Studienbuch der KinderUNI Nürnberg.
Seit vier Jahren findet der kli-ki-Tag zweimal im Jahr statt. Unter www.kli-ki.de bietet die Kinderakademie zudem ein Internet-Frageforum für Kinder. Die Kinderakademie ist eingebunden in die KinderUni Nürnberg. Hochschul- und Forschungseinrichtungen in Nürnberg und Erlangen bieten in diesem Verbund Vorlesungen und Workshops für Kinder an.
Der nächste kliki-Tag findet in den Osterferien statt. Weitere Informationen unter www.kli-ki.de.
Autorin/Autor: Bernd Siegler

