Radiologie und Kardiologie - Innovative Durchleuchtung der Gefäße
Als dritte Klinik in Deutschland arbeitet das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie in Kooperation mit der Kardiologie im Klinikum Nürnberg Nord seit Oktober mit dem neuen Angiografiesystem Artis zeego.
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Das neue Siemens-Gerät bringt eine bislang unbekannte Flexibilität und Schnelligkeit in die Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen. „Es ermöglicht uns Ärzten einen völlig neuen Bewegungsradius um den Patienten“, erklärt Priv. Doz. Dr. Reinhard Loose, Chefarzt der Radiologie im Klinikum Nürnberg Nord. Das Innovative daran ist, dass der Artis zeego präzise Bilder des Herzens und der Gefäße aus allen nur denkbaren gewünschten Blickwinkeln liefert. Der C-Bogen ist dazu nicht mehr an einer Deckenschiene angebracht, sondern kann mit dem in alle Richtungen beweglichen Arm eines Industrieroboters weitgehend frei um den Patienten herum rotieren und erlaubt auch exzentrische Bewegungen. Das Gerät lässt sich zudem wesentlich schneller und präziser positionieren als die bisherige Standardtechnologie, weshalb Loose mit einer beschleunigten Diagnostik und Therapie rechnet. „Der Roboter“, lobt Loose, „steuert doppelt so genau und doppelt so schnell.“ Als weiteren Vorteil nennt der Chefarzt, dass durch das Rotieren um den gesamten Körper geradezu dreidimensionale, der Computertomografie ähnliche Aufnahmen des Herzens und der Blutgefäße entstehen. |
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Durch die nun möglichen exzentrischen Bewegungen des C-Bogens erweitert sich der Aufnahmeradius von 27 auf 48 Zentimeter. Damit kann nun erstmals der Oberkörper in seiner gesamten Breite abgebildet werden. „Es ist nicht mehr nötig, den Patienten umzulagern, falls ein größerer Aufnahmeradius gebraucht wird“, erklärt Loose. Im Notfall – zum Beispiel bei inneren Blutungen – muss der Patient auch nicht mehr eigens einer Computertomografie-Untersuchungen unterzogen werden. „Alle Bilder, die wir Radiologen brauchen, liefert nun dieses eine Gerät.“
Das neue Angiografiegerät wird von der Radiologie und der Kardiologie gemeinsam genutzt. So kommt es in der Radiologie u.a. beim Legen von Stents und Drainagen sowie zur Tumorbehandlung zum Einsatz. Die Kardiologie nutzt das Gerät für kardiologische Eingriffe und als Herzkatheterlabor. Damit werden am erweiterten Stützpunkt der Kardiologie im Klinikum Nord nun neben den bisherigen nicht-invasiven diagnostischen Maßnahmen auch invasive Verfahren wie die Koronarangiografie und die Aufweitung von Herzgefäßen durchgeführt. Auch ambulante Untersuchungen im Herzkatheterlabor sind auf Anfrage möglich.
Davon profitieren in erster Linie die stationären Patienten im Klinikum Nord, die zusätzlich eine kardiologische Behandlung brauchen. Ihnen bleibt nun dank des Ausbaus des Stützpunkts der Kardiologie im Norden die Fahrt ins Klinikum Süd erspart. Das Herz der Kardiologie und erste Anlaufstelle für alle kardiologischen Notfallpatienten sowie Patienten mit Herzinfarkt bleibt jedoch weiterhin das Klinikum Nürnberg Süd.Autorin/Autor: Doris Strahler

