Impfmedizin - Beratung und Impfschutz für Fernreisen
Nach einer Kenia-Reise wurde eine 63-jährige Frau im Ruhrgebiet im Sommer letzten Jahres tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Einem 61-jährigen Mann, der in Süddeutschland nach einer ausgedehnten Tour durch Ghana ins Krankenhaus eingeliefert wurde, war ebenfalls nicht mehr zu helfen.
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Todesursache bei beiden: Malaria. „Mit insgesamt 547 Fällen gehört die Malaria zu den häufig importierten Krankheiten“, meldet das Robert-Koch-Institut in Berlin. Immer wieder kommen Fernreisende mit Typhus oder tropischen Krankheiten wie Dengue-Fieber, Leptospirose, Chikungunya oder ganz selten auch mit Ebola zurück. Dr. Klaus Fischer, Oberarzt im Institut für Klinikhygiene, Medizinische Mikrobiologie und Klinische Infektiologie im Klinikum Nürnberg Nord, rät deshalb Reisewilligen, sich „vorher genau über die Situation im jeweiligen Zielgebiet zu informieren.“ Zusammen mit Dr. Renate Ziegler ist Fischer für die Reise- und Impfberatung im Klinikum verantwortlich. Im letzten Jahr nahmen rund 800 Reiselustige diesen Service in Anspruch, dazu kommen zahlreiche Beratungsgespräche am Telefon. Die beliebten All-Inclusive-Reisen vermitteln in gesundheitlicher Hinsicht für Fischer eine trügerische Sicherheit: „Malaria und Gelbfieber machen nicht an den Grenzen der touristischen Anlagen wie Hotels oder Clubressorts Halt.“ Insbesondere bei Fernreisen ist für ihn daher die Beratung durch einen Facharzt der beste Einstieg in einen erfolgreichen Aufenthalt im Ausland. „Reisebüros sind dafür meist ebenso wenig qualifiziert wie der Nachbar, der vor ein paar Jahren im gleichen Reiseland war“, betont der Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie. |
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Die Reise- und Impfberatung des Klinikums kann dagegen auf eine langjährige Erfahrung zurückgreifen. Dies betrifft die Prävention wie z.B. Impfungen, aber auch die Unterstützung bei gesundheitlichen Problemen nach Rückkehr in Zusammenarbeit mit der infektiologischen Abteilung des Klinikums. Seit Jahrzehnten ist das Hygieneinstitut im Klinikum auch als Gelbfieberimpfstelle zugelassen. Für 30 Euro können sich Urlauber mit dem Reiseziel Afrika oder Südamerika, beides sind ausgewiesene Gelbfieberregionen, impfen lassen. Allerdings sollte der Impftermin rechtzeitig eingeplant werden, denn die Gelbfieberimpfung ist erst nach zehn Tagen gültig – und bietet dann einen vollen Impfschutz für zehn Jahre.
Welche Impfung notwendig ist, hängt dabei von der Art des Reisens ab. „Ein reiner Städtetourist ist in der Regel weniger gesundheitlichen Risiken ausgesetzt als jemand, der mit Rucksack abseits der Hauptstraßen Land und Leute erkundet“, erläutert Oberarzt Fischer. Neben der rechtzeitigen Impfung rät er zu einer guten Reiseapotheke. Darin sollten in jedem Fall Schmerzmittel, fiebersenkende Medikamente, Thermometer, Schere und Pflaster enthalten sein, aber auch Mittel zur Wunddesinfektion, Mullbinden und eine Splitterpinzette. Ganz wichtig: Die Medikamente, die auch zu Hause eingenommen werden, dürfen in der Reiseapotheke nicht fehlen, denn die Arzneimittel haben im Ausland meist andere Namen und dazu noch andere Dosierungen.
Oberste Priorität vor Ort hat für den Oberarzt grundsätzlich ein sorgsamer Umgang mit Wasser und Lebensmitteln. „Schäl‘ es, koch‘ es – oder vergiss‘ es!“, lautet sein eingängiges Motto.
Weitere Informationen bei der Reise- und Impfberatung des Klinikums unter Tel.: (0911) 398-2522. Auskünfte über einzelne Länder beim Centrum für Reisemedizin unter www.crm.de bzw. beim Auswärtigen Amt der Bundesregierung unter www.auswaertiges-amt.de.
Autorin/Autor: Bernd Siegler

