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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2010 >> Ausgabe 1 >> Klinikhygiene - Starkes Netzwerk gegen Keime

Klinikhygiene - Starkes Netzwerk gegen Keime

Erreger, die gegen Arzneimittel resistent sind, wie zum Beispiel der Methilin-resistente Staphyolococcus aureus, kurz MRSA genannt, sind ein ernst zu nehmendes Problem für alle am Gesundheitswesen Beteiligten, also für Arztpraxen, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Pflegedienste sowie Rettungs- und Krankentransportdienste.

Durch die Verbreitung der Keime kommt es vermehrt zum Auftreten von Infektionen mit Krankheitserregern, die nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden können. Eigens dazu rief das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eine „Landesarbeitsgemeinschaft multiresistente Erreger“ (LARE) ins Leben. Maßgeblich daran beteiligt ist das Institut für Klinikhygiene, Medizinische Mikrobiologie und Klinische Infektiologie des Klinikums Nürnberg.

„Es gibt überhaupt keine Krankenhaus-Keime“, widerspricht Institutschef PD Dr. Heinz-Michael Just den Darstellungen in den Medien, die immer wieder von „tödlichen Krankenhaus-Keimen“ sprechen. „Es handelt sich“, so der Chefarzt, „um Keime, die es überall gibt, die aber Menschen gefährlich werden können, deren Immunsystem geschwächt oder zum Beispiel bei Chemotherapien medikamentös unterdrückt wird oder bei denen der natürliche Schutz der Haut durch eine Operation, eine endoskopische Untersuchung oder das Legen eines Katheters durchbrochen ist.“

Prävention: Ein wachsames Auge auch auf den MRSA haben PD. Dr. Heinz Michael Just und seine Mitarbeiter, hier mit der Medizinisch-Technischen Laborassistentin Almuth Palzer
 

Für eine wirksame Prävention zur Verhinderung der Weiterverbreitung multiresistenter Erreger ist es für Just unerlässlich, dass bestehende Richtlinien zur Krankenhaushygiene und zur Infektionsprävention tatsächlich umgesetzt werden und dass alle an der Patientenbetreuung Beteiligten eng zusammenarbeiten. Dies soll nun mit der LARE und der Bildung regionaler Netzwerke geschehen. „Die wirksame Bekämpfung von Erregern, die gegen

Antibiotika resistent sind, erfordert neben dem kontrollierten Einsatz von Antibiotika ein konsequent durchgeführtes Hygienemanagement“, betont der Chefarzt. Ein nachhaltiger Erfolg dieser Maßnahmen setze aber „die Kooperation und Vernetzung aller an der Patientenversorgung beteiligten Institutionen voraus“.

Fragen der schnellen Informationsweitergabe, der Entwicklung von Qualitätssiegeln zum richtigen Umgang mit Antibiotika resistenten Erregern in Kliniken, Heimen und Arztpraxen, aber auch neue wissenschaftliche Projekte stehen im Mittelpunkt mehrerer Arbeitsgruppen der LARE. Aktuell wurde Ende November eine Telefon-Hotline für medizinisches Personal, betroffene Patienten und deren Angehörige getestet.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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