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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2010 >> Ausgabe 1 >> HNO-Klinik - Hören dank Cochlea-Implantat

HNO-Klinik - Hören dank Cochlea-Implantat

Die Vögel morgens im Garten hören und das Klingeln an der Tür, die Worte des Ehepartners, der Kinder und Enkel verstehen. Für die meisten Menschen ist es selbstverständlich, zu hören, was in der Welt vor sich geht.

Doch nicht für alle: Kinder kommen gehörlos oder mit eingeschränkter Hörfähigkeit zur Welt, erwachsene Menschen verlieren ihr Gehör – durch Krankheiten wie eine Gehirnhautentzündung, durch einen Unfall mit Schädelbasisbruch oder den allmählichen Verlust der Hörfähigkeit im Alter.

Hilft bei Einschränkungen der Hörfähigkeit noch ein Hörgerät, ist es bei Taubheit oder starker Hörschädigung damit nicht mehr getan. Denn ein Hörgerät verstärkt lediglich den Laut, der von den Haarzellen im Innenohr aufgenommen und weitergeleitet wird. Doch die moderne Medizin bietet auch den Menschen einen Ausweg aus der unerwünschten Stille, bei denen ein „Lauter“ nicht mehr wirkt: mit dem Cochlea Implantat, kurz CI genannt.

In Deutschland werden im Jahr rund 1.900 Implantate bei gehörlosen Kindern und spät ertaubten oder schwer hörgeschädigten Erwachsenen eingesetzt. Seit Juli 2009 bietet die Hals-, Nasen- und Ohrenklinik im Klinikum Nürnberg Nord den Einsatz eines Cochlea-Implantats an. Damit ist nun auch für die Nürnberger Bürger eine wohnortnahe Versorgung möglich. Bisher war in Bayern eine CI-Versorgung einschließlich der lebenslangen Nachsorge nur an den Unikliniken möglich.

Wieder Hören: Oberarzt Dr. Martin Krása setzt in der HNO-Klinik des Klinikums Cochlea Implantate ein und ermöglicht damit den Betroffenen einen Ausweg aus der unerwünschten Stille
 

Das neue Angebot des Klinikums richtet sich vorrangig an Erwachsene, die nach dem Spracherwerb ertaubt sind oder kurz davor stehen, ihr Gehör zu verlieren. Die erste Patientin war eine blinde Frau, die kurz vor dem Eingriff auch noch ertaubt ist. Schon nach kurzer Zeit konnte sie die ersten Worte wieder hören und verstehen, heute telefoniert sie wieder ganz selbstverständlich.

„Das Cochlea-Implantat sendet elektrische Impulse an den Hörnerv", erklärt Oberarzt Dr. Martin Krása, der den Eingriff in der HNO-Klinik durchführt. So können Töne und Sprache wieder wahrgenommen werden. Doch anders als beim Hörgerät muss der Patient mit dem Cochlea Implantat das Hören neu lernen. „Deshalb ist es sehr wichtig, das CI möglichst kurz nach der Ertaubung oder sogar schon dann einzusetzen, wenn eine ausreichende Versorgung mit einem Hörgerät nicht mehr möglich ist“, erläutert Krása. Da bei diesen Menschen das Hörgedächtnis noch voll ausgebildet ist, fällt das Erlernen des Hörens leichter.

Menschen, denen eine Ertaubung droht, sollten sich daher frühzeitig beraten lassen, um den optimalen Zeitpunkt für den Einsatz des Implantats vorzubereiten. Vier Wochen nach dem Eingriff wird das CI aktiviert. Dann beginnt auch das Hörtraining mit einem Team aus Logopädin, Audiometristin und Arzt. Am Anfang hören die Patienten nur Geräusche im Rhythmus der Sprache. Etwa zehn Prozent der Patienten verstehen schon in den ersten Tagen erste Worte und Sätze.

Die CI-Patienten werden auch nach Abschluss des Hörtrainings kontinuierlich durch die Hals-, Nasen, Ohrenklinik betreut. „Wir müssen immer wieder prüfen, ob der Hörnerv optimal stimuliert wird“, so Krása. Eine CI-Versorgung ist auch für ältere und alte Menschen geeignet. Es besteht keinerlei Altersgrenze dafür. Allerdings sollten die Menschen bereit und fähig sein, das Hören neu zu lernen.

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Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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