Gynäkologie - Schonende Entfernung von Myomen
Viele Myome verursachen keinerlei Beschwerden und müssen nicht behandelt werden. Doch vor allem bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren können die gutartigen Tumore so groß oder so zahlreich werden, dass sie Beschwerden verursachen und behandelt werden müssen.
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Zu den typischen Beschwerden zählen starke und schmerzende Blutungen, Druckbeschwerden im Unterbauch, die von Harndrang oder Verstopfung begleitet sein können, oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Eine Entfernung kleinerer Myome ist gelegentlich bei Frauen mit Kinderwunsch angeraten. Studien belegen, dass Frauen mit Myomen eher eine Fehl- oder Frühgeburt erleben. Zudem können die Myome das Eintreten einer Schwangerschaft erschweren. Dies hängt von ihrer Größe und Lage ab. In der Regel beeinträchtigen nur große Myome oder solche, die raumnehmend in die Gebärmutter hineinwachsen, den Verlauf einer Schwangerschaft. Frauen mit Beschwerden oder Frauen mit Kinderwunsch sollten sich daher intensiv von ihrem Gynäkologen beraten lassen, wann ein Eingriff sinnvoll ist. „Die Frauen sollten allerdings nicht zu lange warten, damit ein risikoarmer Eingriff noch möglich ist“, rät Prof. Cosima Brucker, Chefärztin der Frauenheilkunde. |
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Für den Eingriff stehen heute mehrere minimal-invasive Verfahren sowie die Myomembolisation zur Verfügung, mit denen sich auch große Myome behandeln lassen. So werden in der Frauenklinik im Klinikum Nürnberg sämtliche minimal-invasiven Verfahren wie zum Beispiel Myomenukleation, LASH, TLH und LAVH durchgeführt. Häufig werden die Myome, um die Operation zu vereinfachen, mit Medikamenten vorbehandelt, die sie zum Schrumpfen bringen. „Frauen mit Kinderwunsch operieren wir grundsätzlich organerhaltend“, so Brucker. Bei ihnen sind die Myome in der Regel noch so klein, dass dies problemlos durchgeführt werden kann.
Schwieriger wird dies bei Frauen ab 40 Jahren, bei denen die Myome schon sehr groß sind. Ihnen empfiehlt Brucker eher die Entfernung der Gebärmutter. Seit Frühjahr 2009 führt die Frauenklinik die LASH-Methode (Laparoskopische suprazervikale Hysterektomie) durch, bei der die Gebärmutter über drei kleine Schnitte unter Erhalt des Gebärmutterhalses entfernt wird. Danach fühlten sich die Patientinnen trotz Gebärmutterentfernung noch „ganz als Frau“, Beckenboden und Scheide werden durch die Operation nicht berührt.
Immer mehr Frauen entscheiden sich für die Myomembolisation, die seit zwei Jahren vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Klinikum Nord durchgeführt wird. Bei der Embolisation wird die Blutzufuhr zur Gebärmutter eingeschränkt, die Myome schrumpfen nach und nach.
„Mit dieser minimal-invasiven Methode, bei der der Zugang über die Leistenarterie erfolgt, kann die Gebärmutter oft auch bei großen Myomen erhalten bleiben“, erklärt Dr. Ralf Adamus, Leitender Oberarzt in der Radiologie. Nach Abnahme des Druckverbandes wenige Stunden nach dem Eingriff verbleibt nur ein Pflaster. Für Frauen mit Kinderwunsch ist diese Methode allerdings ungeeignet. Welche Methode die jeweils angemessene Therapie ist, wird im Klinikum in einem intensiven Gespräch mit der Patientin und den beteiligten Ärzten geklärt.
Gutartige Wucherungen in der Gebärmutter
Myome sind gutartige Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter. Sie sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen. Allerdings gehen die Schätzungen, wie viele Frauen Myome haben, weit auseinander: Manche Studien sprechen von bis zu 40 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter, andere von nur acht Prozent.
Myome sind hormonabhängig, die Ursache ihrer Entstehung ist bislang unbekannt. Sie werden durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen in ihrem Wachstum angeregt bzw. durch Gestagen gehemmt. Größe und Wachstumsgeschwindigkeit variieren dabei stark. Doch können sich über Jahre hinweg mitunter Myome von erstaunlicher Größe und mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern und mehr entwickeln. Die meisten Myome entwickeln sich zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr. In der Regel bilden sich Myome nach der letzten Regelblutung (Menopause) mehr und mehr zurück.
Autorin/Autor: Doris Strahler

