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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2010 >> Ausgabe 1 >> Geriatrie - Schulung für ältere Patienten mit Diabetes

Geriatrie - Schulung für ältere Patienten mit Diabetes

„Wie machen Sie das denn mit Ihrem Frühstück?“ Diabetologe Dr. Ralf Cramer-Ebner blickt fragend in die Runde der Patienten im Schulungsraum der Geriatrischen Tagesklinik (GTK) im Klinikum Nürnberg. Ihm gegenüber sitzen sechs ältere Frauen und Männer, die einen erhöhten Blutzuckerspiegel haben und wie Millionen anderer Menschen in Deutschland am so genannten Diabetes mellitus („Alterszucker“) erkrankt sind.

 

Auf dem Tisch liegen verschiedene Lebensmittel. Zu Übungszwecken sind es meist Musterstücke aus Kunststoff: Brötchen, Brotscheiben, Käse, Wurst, süßer Brotaufstrich, Butter, Margarine, Eier und Obst. In der Übung werden die Senioren aufgefordert, ihren alltäglichen Frühstücksteller zusammen zu stellen. Zwei Eier oder der gewohnte Griff zum hellen Brötchen geben Anlass für Rückfragen.

„Im Gespräch und so anschaulich wie möglich wollen wir unseren Patienten behutsam vermitteln, selbstständig und verantwortungsvoll mit ihrer Erkrankung umzugehen“, erklärt Internist Cramer-Ebner. Dabei werde auf den erhobenen Zeigefinger verzichtet. Vielmehr gehe es grundsätzlich darum, die Lebensqualität im Alter durch eine ausgewogenere vollwertigere Ernährung zu erhöhen.

Die Schulung, die von Cramer-Ebner und den Pflegekräften Heike Höhme und Eveline Schmidt geleitet wird, ist ein neues Angebot der GTK. An insgesamt sechs Terminen in drei Wochen lernen die durchschnittlich etwa 80 Jahre alten Frauen und Männer alles über ihre Erkrankung, die richtige Ernährung, die Therapie mit bzw. ohne Insulin, den diabetischen Fuß und das Messen des Blutzuckers. „Das Besondere an dem Konzept“, betont Heike Höhme, stellvertretende Stationsleiterin in der GTK, „ist die genaue Abstimmung auf die Lernfähigkeit im Alter.“ Das bedeutet Lernen in kleinen Gruppen, im Dialog, mit seniorengerechten Materialien und Unterlagen, die in größerer Schrift und zahlreich bebildert aufbereitet sind.

Die Schulungsform mit dem offiziellen Titel „Strukturierte geriatrische Schulung“ (SGS) wurde bundesweit ausgewertet und konnte den Nachweis erbringen, dass gerade ältere Diabetiker mit Einschränkungen in ihrer Wahrnehmung und einer selbstständigen Lebensführung im Umgang mit ihrer Erkrankung nachhaltig gefördert werden können. „Es wurden verschiedene Instrumente entwickelt“, so Cramer-Ebner, „um Funktionsverluste bei den Patienten möglichst genau zu messen und die Therapie entsprechend anzupassen.“

So ist der so genannte „Geldzähltest“ ein Hinweis darauf, ob jemand noch in der Lage ist, sich Insulin selbst zu spritzen: Gelingt es nicht, die in Geldschein und Münzen gestückelte Summe von 9,80 Euro in maximal 45 Sekunden aus einem Portemonnaie zu nehmen und abzuzählen, sollte besser ein ambulanter Dienst beauftragt werden. Der sollte dann die Insulintherapie verantwortlich durchführen.

Geriatrie

Autorin/Autor: Axel Bredehöft

 
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