Gefäßchirurgie - Neuer Chefarzt: Spezialist für endoskopische Eingriffe
Seit November ist Dr. Eric Verhoeven neuer Chefarzt der Gefäßchirurgie im Klinikum Süd. „Mein Vorgänger, Prof. Dieter Raithel, hat mich schon vor zwei Jahren gefragt, ob ich nicht sein Nachfolger werden wolle“, erzählt er. Doch damals zögerte Verhoeven, seit 1995 als Gefäßchirurg an der Uniklinik Groningen in den Niederlanden tätig, noch.
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Letztendlich hat ihn die Herausforderung im Klinikum Nürnberg dann doch gelockt. „Die Gefäßchirurgie des Klinikums genießt in ganz Europa einen herausragenden Ruf und zählt mit 60 Betten zu den größten gefäßchirurgischen Kliniken“, betont Verhoeven. Überzeugt hat den 49-jährigen Gefäßchirurgen zudem das Konzept des im Aufbau befindlichen Herz-Kreislaufzentrums, in dem die Kardiologie, die Herzchirurgie und die Gefäßchirurgie noch enger zusammenarbeiten werden als bisher. Für Verhoeven eine Notwendigkeit: „Wir müssen den Patienten ins Zentrum unseres Denkens und Handelns stellen und gemeinsam über alle Fachgrenzen hinweg die beste Therapie für ihn finden.“ Für den international erfahrenen Belgier, der bereits in Krankenhäusern in Belgien, den Niederlanden und Großbritannien gearbeitet hat und fünf Sprachen beherrscht, ist die Gefäßchirurgie eine interdisziplinäre Aufgabe. „Während meiner medizinischen Ausbildung in Belgien und Groningen habe ich das gesamte Spektrum der Gefäßchirurgie vom interventionellen Eingriff bis zur offenen Operation gelernt, doch in Deutschland teilt sich die Gefäßchirurgie diese Aufgabe mit der Interventionellen Radiologie.“ |
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Deshalb sucht Verhoeven nun die enge Kooperation mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. „In den letzten Jahren hat sich das Gewicht von den offenen Eingriffen hier und den interventionellen Eingriffen dort verlagert zu endovaskulären Eingriffen, an denen beide Fachdisziplinen beteiligt sind“, berichtet Verhoeven. An der Entwicklung dieser endoskopischen Verfahren in den letzten 15 Jahren war Verhoeven bereits als junger Arzt beteiligt. Heute ist er einer der bekanntesten und erfahrensten Chirurgen auf diesem Gebiet.
So war er führend am Aufbau des Endovaskulären Zentrums an der Uniklinik in Groningen beteiligt und berät andere Krankenhäuser Europas bei dieser Aufgabe. Zu seinen Spezialgebieten zählt die Behandlung komplexer Aneurysmen der Hauptschlagader in Bauch- und Brustraum. Dabei wird eine Ersatzwand in die Aorta eingebracht, durch die das Blut fließen kann, ohne dass ein Platzen der Aorta droht. Zusätzlich müssen die abgehenden Blutgefäße z.B. zu den Nieren ausgespart und durch eigene Stents gesichert werden.
Für das so genannte thorako-abdominelle Aneurysma, bei dem das Aneurysma vom Bauch bis in den Brustkorb reicht, hat Verhoeven als Erster ein innovatives minimal-invasives Verfahren entwickelt. Seit 2005 hat er 40 dieser schwierigen Operationen durchgeführt. Seither weist er in ganz Europa Gefäßchirurgen in dieses Verfahren ein. Dank dieser minimal-invasiven Technik können nun auch ältere Aneurysma-Patienten operiert werden, für die ein offener Eingriff nicht in Frage käme. Weitere Schwerpunkte sind die Behandlung arterieller Verschlüsse im Gehirn sowie die minimal-invasive Behandlung der Arteriosklerose.
Verhoeven wurde in Belgien geboren und wuchs in verschiedenen Ländern auf, darunter auch in Deutschland. Er ist verheiratet, begeisterter Sportler und hat zwei Kinder. Er veröffentlichte eine Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten und erwarb 2005 den international anerkannten Titel PhD an der Universität Groningen.Autorin/Autor: Doris Strahler

