Gastroenterologie - Kreuzallergie und Unverträglichkeiten
Die Sektgläser klingen, Schnittchen machen die Runde, die geladenen Gäste sind voll des Lobes für das leckere Büffet. Doch ein Gast klagt plötzlich über ein merkwürdiges pelziges Gefühl auf der Zunge, nachdem er noch einige Haselnüsse vom Knabber-Gebäck gekostet hat.
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Ursache dafür ist eine so genannte Kreuzallergie, weiß Dr. Andreas Weber, Oberarzt in der Gastroenterologie im Klinikum Nürnberg: „Wir sprechen hier von Allergenen, gegen die das Immunsystem Antikörper bildet, die auch solche Stoffe attackieren, die diesem Allergen in ihrem Aufbau sehr ähnlich sind.“ So reagieren etwa Baumpollen kreuzweise mit Haselnuss, Apfel, Kirsche, Kiwi, Sellerie und Karotte. Ein Patient, der also unter einem durch Birkenpollen ausgelösten Heuschnupfen leidet, kann auch eine allergische Reaktion gegen bestimmte Nahrungsmittel wie Haselnüsse entwickeln. Weber ist ärztlicher Leiter der Ernährungsberatung und Experte, wenn es um Lebensmittel geht, die Probleme in Magen und Darm auslösen können. Ganz wesentlich ist ihm die Unterscheidung zwischen den eher selten auftretenden Nahrungsmittelallergien und den sehr viel häufigeren Fällen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bei einer Nahrungsmittelallergie gegen Milchzucker verträgt der Patient überhaupt keine Milch, und es kommt sofort zu Beschwerden. Bei einer Unverträglichkeit jedoch besteht im Körper ein Mangel an dem Enzym, das die Milch abbaut. Der Patient kann aber kleine Mengen Milch – wie etwa im Kaffee – zu sich nehmen.
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„Bei einer Nahrungsmittelallergie“, betont Weber, „erkennt das Abwehrsystem des menschlichen Körpers bestimmte Nahrungsmittelbestandteile als fremd und gefährlich und setzt einen Abwehrprozess in Gang. Bei einer Unverträglichkeit hingegen kommt es nicht zu einer Immunreaktion.“ Oft ist es nicht einfach, Gefahren zu erkennen, denn z.B. Wurst oder Fertigprodukten wird gerne Milchzucker beigemischt.Neben den Reaktionen auf der Zunge und im Rachenraum zählen Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall zu den typischen Symptomen. Da diese Beschwerden wenig charakteristisch sind, bedarf es einer exakten Diagnostik, um die Ursachen dafür herauszufinden.
Über einen Hauttest in der Hautklinik werden mögliche Allergene ermittelt und über das Blutbild andere Erkrankungen von Magen und Darm ausgeschlossen. Speziell für den Darm wurde ein Screening entwickelt, um über bestimmte Werte im Urin bis zur Darmspiegelung und der Entnahme von Gewebeproben eine genaue Diagnose liefern zu können. „Um eine Nahrungsmittelallergie ausschließen zu können, bietet sich auch eine über mehrere Tage angesetzte Wasser-Reis-Kartoffeldiät an“, erklärt Weber. Halten die Beschwerden an, ist eine Allergie eher unwahrscheinlich.
In der Therapie haben sich verschiedene Antihistaminika bewährt, aber auch Arzneimittel, die im Darm die Mastzellen wieder stabilisieren. Grundsätzlich gilt: Wer sensibel auf bestimmte Lebensmittel reagiert, sollte diese unbedingt meiden und dennoch eine ausgewogene Ernährung beachten.
Informationen bietet die Ernährungsberatung unter Tel.: (0911) 398-3149.
Autorin/Autor: Axel Bredehöft

