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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2010 >> Ausgabe 1 >> Elterniniative - Wenn aus Vorfreude Sorge wird

Elterniniative - Wenn aus Vorfreude Sorge wird

Nils hat gerade seinen vierten Geburtstag gefeiert und ist nun stolzer Besitzer eines kleinen Feuerwehrautos. Dass er eine Frühgeburt war und die Ärzte vor vier Jahren im Klinikum Nürnberg Süd wochenlang um sein Leben und das seiner Mutter Susi Bisping kämpfen mussten, sieht man dem kerngesunden Jungen nicht an.

Den Tag im November 2005, als die bis dahin so komplikationslos verlaufene Schwangerschaft seiner Ehefrau so abrupt endete, wird auch Vater Johannes Bisping nicht vergessen. Zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin hatte seine Frau Schmerzen im Oberbauch. Sie wurden immer stärker und mündeten schließlich in Krampfanfällen.

Per Notarzt ging es nachts um zwei Uhr in die Geburtshilfe im Klinikum Nürnberg Süd. Dort wurde eine schwere Schwangerschaftsvergiftung festgestellt. Bei dem Satz „Wir holen jetzt Ihr Kind“, läuft Johannes Bisping heute noch ein Schauer über den Rücken.

Gerade mal 1.230 Gramm brachte der kleine Nils damals auf die Waage, als er vorzeitig das Licht der Welt erblickte. Während Mutter Susi in der Geburtshilfe der Klinik für Frauenheilkunde medizinisch betreut wurde, lag Nils auf der Neugeborenen-Intensivstation einen Stock tiefer im Inkubator, wurde beatmet und per Sonde ernährt. Bei beiden, bei Mutter und Kind, ging es jedoch schnell bergauf. Nach sechs Wochen konnte Nils kurz nach Weihnachten mit 2.300 Gramm nach Hause entlassen werden.

Strahlemann: Vor vier Jahren lag der kleine Nils, hier auf dem Arm von Vater Johannes Bisping, als Frühchen auch im Inkubator der Neugeborenen-Intensivstation im Klinikum Nürnberg Süd
 

„Im Nachhinein sind wir so froh und dankbar, dass die Geschichte gerade noch gut gegangen ist und dann alles so gut gelaufen ist“, erzählen Susi und Johannes Bisping. Doch bis dahin mussten beide viele Momente der Angst und Unsicherheit überstehen. „Man steht ohnmächtig da, aus Vorfreude wird Sorge, man weiß nicht, was los ist und wie es weitergeht, man sucht Informationen und Unterstützung“, beschreibt Johannes Bisping die ersten Wochen und Monate. Gerade am Anblick des kleinen Nils im Brutkasten, angeschlossen an Kabeln und Schläuchen, hatte er lange zu knabbern.

„Neben der ausgezeichneten medizinischen und pflegerischen Betreuung von Mutter und Kind, war die räumliche Nähe der beiden Intensivstationen für mich ein riesiger Vorteil“, erzählt Bisping. Er pendelte zwischen beiden Stationen hin und her, und sobald es Mutter Susi etwas besser ging, kam der kleine Nils auch zu ihr. Unterstützung erhielt die Familie nach der Entlassung aus dem Klinikum zudem vom Verein Klabautermann e.V., der sich auf die Nachsorge spezialisiert hat.

Um ihre Erfahrungen weiterzugeben, gründeten die Bispings im Oktober 2007 zusammen mit anderen Eltern von Frühgeborenen die Elterninitiative „Zu früh ins Leben e.V.“ und gaben einen Ratgeber von Eltern für Eltern heraus. Jetzt müssen sie ihr ehrenamtliches Engagement etwas reduzieren, denn sie haben ihr zweites Kind bekommen – dieses Mal nicht zu früh, sondern ganz normal zum vorhergesagten Geburtstermin.     

 

Weitere Informationen unter www.zu-frueh-ins-leben.de

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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