Mitarbeiterumfrage zum Thema: - Neue Grippe - Panikmache oder reale Gefahr?
Sie heißt offiziell nicht mehr „Schweinegrippe“, sondern „Neue Grippe“ und seit Monaten bestimmt sie in regelmäßigen Abständen die Schlagzeilen. Experten warnen vor einer Ausbreitung im Herbst und in den Wintermonaten, in Behördenschubladen liegen Pandemiepläne, und die Impfung wird heiß diskutiert. Wie gehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums mit dieser Situation um?
Sabine Barthelmeß (46), Chefsekretärin von Prof. Axel Junger, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin im KNS, seit dreieinhalb Jahren im Klinikum:
Als gesunder Mensch muss man meiner Meinung nach keine Angst vor der Neuen Grippe haben. Bei Risikogruppen wie zum Beispiel älteren Menschen sieht das natürlich anders aus. Ich glaube auch nicht, dass die Medien das Thema künstlich aufbauschen, es wird sich im Winter zeigen, ob die Prognosen richtig und die Warnungen berechtigt waren. Mit alltäglicher Hygiene ist viel getan. Als jemand, der im Krankenhaus arbeitet, steht für mich Hygiene sowieso ganz oben.
Simone Kuhlmann (26), stellvertretende Stationsleitung in der Stroke Unit der Neurologie im KNS, seit acht Jahren im Klinikum:
Eigentlich habe ich vor der Neuen Grippe keine Angst. Wenn man das nötige Hintergrundwissen besitzt, gibt es dafür auch gar keinen Grund. Die Darstellung in den Medien halte ich für übertrieben. Natürlich schaut die Lage zum Beispiel in Mallorca anders aus, wo es schon einige Fälle gegeben hat. Die Ansteckungsgefahr hier im Krankenhaus ist aber nicht größer als beim Einkaufen oder in der U-Bahn. Solange es keine seriösen Langzeitstudien über den Impfstoff gibt, würde ich mich auch nicht impfen lassen.
Tore Nilsen (31), Assistenzarzt in der Gefäßchirurgie im KNS, seit neun Monaten im Klinikum:
Ich finde es beunruhigend, dass die Menschen, die bisher an Neuer Grippe erkrankt sind, eher jung und gesund waren, als alt und geschwächt. Das ist ein untypischer Verlauf. Aber das ist kein Grund, Angst zu haben, zumindest jetzt noch nicht. Wie es sich in den Wintermonaten entwickeln wird, weiß man nicht. Ich habe mich auch noch nicht für oder gegen eine Impfung entschieden, das werde ich von der dann aktuellen Situation abhängig machen.
Dr. Cristina Plank (45), Fachärztin für Labormedizin im Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin im KNN, seit zehn Jahren im Klinikum:
Die bisherigen Erkrankungen mit der Neuen Grippe verliefen sehr harmlos. Epidemiologische Studien zeigen zudem, dass viele Angehörige von Erkrankten positiv getestet wurden, aber keinerlei Symptome zeigten. Daher liegt für mich der Verdacht nahe, dass die Sache von den Medien forciert und zu einer unbeherrschbaren Gefahr hochstilisiert wurde. Die Frage bleibt aber natürlich, ob der Virus mutiert und was dann passieren wird. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzuschätzen.
Cansu Kaynak (16), Auszubildende zur Medizinischen Fachangestellte in der Augenklinik im KNN, seit eineinhalb Jahren im Klinikum:
Wenn man die üblichen Vorsichtsmaßnahmen trifft, hat man meiner Meinung nach nichts zu befürchten. Das fängt schon beim regelmäßigen Händewaschen an. Deswegen habe ich auch vor der Neuen Grippe keine Angst. Für Panik gibt es keinen Grund. Mir machen die Medien viel zu viel Rummel in dieser Sache. Ich würde mich auch nicht impfen lassen. Man weiß ja noch gar nicht, ob das etwas helfen würde.
Lars Gröf (39), pflegerische Leitung der Station 20 I rechts der Allgemeinchirurgie im KNN, seit 13 Jahren im Klinikum:
Weltweit sterben und starben an verschiedenen Grippearten viel mehr Menschen als an der so genannten Neuen Grippe. Meiner Meinung nach gibt es für Angst oder gar Panik überhaupt keinen Grund. Von einer Impfung halte ich auch nichts. Ich kenne nur Freunde und Kollegen, die damit schlechte Erfahrungen mit Nebenwirkungen und anderen Komplikationen gemacht haben. Wenn allerdings der Arbeitgeber eine Impfung anordnet, dann werde ich das tun.
Harald Gruner (41), Medizinisch -Technischer Assistent in der Neurophysiologie im KNS, seit zweieinhalb Jahren im Klinikum:
Ich halte die Neue Grippe, die ja vor nicht allzu langer Zeit noch Schweinegrippe hieß, nicht für ansteckender oder gefährlicher als jede andere Grippe auch. Da ich bisher nach jeder Grippeimpfung etwa zwei Wochen krank war, lasse ich mich nicht mehr impfen. Hier im Krankenhaus sind wir hohe hygienische Standards gewohnt. Falls das bei dem einen oder anderen etwas in den Hintergrund getreten sein sollte, kann die Neue Grippe hier im Sinne eines Motivationsschubs sogar eine positive Wirkung haben.
Alois Hirth (60), Zentrales Beschwerdemanagement im Klinikum im KNN, seit 38 Jahren im Klinikum:
Ich bin im Laufe meines Lebens und meiner Berufsjahre mit soviel Grippeviren in Kontakt gekommen, dass mir auch die Neue Grippe nichts anhaben kann. Ich glaube, dass die ganze Geschichte letztendlich von den Pharmafirmen aufgezogen wurde, schließlich lässt sich mit dem Impfstoff sehr viel Geld verdienen. Dass der Impfstoff mit Vehemenz innerhalb kürzester Zeit entwickelt wurde, ist mir zudem äußerst suspekt.
Autorin/Autor: Bernd Siegler

