Pflegequalität - Pflegeforum der Onkologie
Nicht nur das ärztliche, sondern auch das pflegerische Wissen entwickelt sich beständig weiter. Die Patienten der Onkologie im Klinikum Nürnberg auf dem aktuellen Stand und damit auf dem besten Niveau zu pflegen, ist das Ziel eines seit neun Jahren tätigen Pflegeforums. Es trifft sich einmal im Monat, um Pflegeleitlinien zu erarbeiten und auf den neuesten Stand zu bringen sowie aktuelle Pflegethemen zu besprechen.
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„Leitlinien, die im Schrank stehen, nützen nichts“, erläutert Andrea Nätscher, Leiterin des Pflegeforums. „Wir müssen sie in unseren Stationsalltag integrieren und immer auf den neuesten Stand bringen.“ Das Pflegeforum besteht aus jeweils zwei Pflegekräften der sechs Stationen der Klinik und arbeitet nach den Richtlinien der evidenz-basierten Pflege. Ergebnisse pflegewissenschaftlicher Studien, das vorhandene Wissen und die Erfahrungen der Pflegenden sowie Bedürfnisse und Vorstellungen von Patienten werden dabei gebündelt, um Leitlinien für die alltägliche Arbeit zu entwickeln. Insgesamt 30 solcher Pflegeleitlinien stehen derzeit in der Onkologie zur Verfügung u.a. zu Dekubitusprophylaxe, Mundpflege, Schmerzmanagement, Chemotherapie, Infusionsmanagement oder Sturzprophylaxe. „Um stets auf dem aktuellen Stand zu sein, werden diese Leitlinien alle zwei Jahre überarbeitet“, betont Nätscher. |
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Ein aufwändiger Prozess, der von einer Pflegeleitlinien-Verantwortlichen gesteuert und moderiert wird. Ergebnisse der Literaturrecherche, Erfahrungen direkt aus der Praxis der Stationen, aber auch aus anderen Kliniken müssen dabei auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. „Wir müssen nicht alles neu erfinden“, berichtet Christine Bendfeldt von der Abteilung für Knochenmarktransplantation. Ingrid Lewis von der Palliativstation und „Patin“ der Mundpflege-Leitlinie beschreibt den Prozess als „problemorientiertes Lernen unter Einbeziehung der Kolleginnen und Kollegen“.
Da Leitlinien nur so gut sind, wie sie auch angewendet werden, hat das Pflegeforum vor einem Jahr so genannte Kitteltaschenbücher entwickelt. Im DIN A 6-Format, so dass es in jede Kitteltasche passt, finden sich in dem Büchlein gekürzte Versionen der wichtigsten Leitlinien, eine Telefonliste sowie eine Übersicht der hausinternen Fortbildungen. „Vor allem das handliche Format wird sehr geschätzt“, berichtet Andrea Nätscher. Ursprünglich war das Kitteltaschenbuch nur für neue Mitarbeiter gedacht, nun steht die aktuelle Version allen im PC zur Verfügung.
Mit einem ausgeklügelten klinikinternen Fortbildungskonzept „Onkologisches Basiswissen“ werden die Pflegenden in der Onkologie zudem angehalten, sich stetig weiterzubilden. Dazu gehören Pflichtfortbildungen z.B. zum Umgang mit Gefahrstoffen oder zur Reanimationsübung, die einmal pro Jahr besucht werden müssen. Eine ganze Reihe von Themen müssen in den ersten drei Jahren nach dem Eintritt in die Onkologie absolviert werden. Das reicht von Kommunikation über Kinästhetik und Ethik bis zum Schmerz- und Sturzmanagement.
Stets weiter entwickelte Leitlinien, das Kitteltaschenbuch und vielfältige Fort- und Weiterbildungen gehören für Nätscher nahtlos zusammen: „Damit entwickeln wir die Pflegequalität im konkreten Stationsalltag kontinuierlich weiter.“
Autorin/Autor: Bernd Siegler

