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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 4 >> Kontinenzsprechstunde - Verständnis und Diskretion garantiert

Kontinenzsprechstunde - Verständnis und Diskretion garantiert

Es gehört viel Mut dazu, offen über dieses Problem zu sprechen: fehlende Kontrolle über Harn oder Stuhl. Das zutiefst intime Thema mit hoher sozialer Bedeutung wird weitgehend tabuisiert und vielfach verdrängt. So ist es zu erklären, dass in Deutschland auf die drei Millionen Menschen, die an Inkontinenz leiden, eine fast noch einmal so hohe Dunkelziffer kommt.

 

Auch Dr. Gebhard Weber, Oberarzt der Urologischen Klinik, weiß aus Erfahrung, dass es den Ratsuchenden, die in die Kontinenzsprechstunde des Klinikums Nürnberg kommen, zunächst nicht leicht fällt, über ihr Problem zu sprechen: „Ich lasse die Patienten, die oft schon eine lange Odyssee hinter sich haben, erst mal reden, damit ich ihre Leidensgeschichte und Beschwerden kenne.“

Dann können die Ursachen für die Inkontinenz medizinisch abgeklärt werden. Bei Männern sind die Beschwerden dagegen häufig auf Erkrankungen der Prostata zurückzuführen, Frauen leiden dagegen häufig an einer Schwäche des Beckenbodens, an Gebärmuttersenkung oder einer Reizblase. Auch Nervenerkrankungen, Entzündungen oder Voroperationen können Auslöser für Urin- oder Stuhlinkontinenz sein. Nicht immer sind es ältere Menschen – auch jüngere Menschen können betroffen sein.

Für die Diagnostik sind Blasendruckmessung, Blasenspiegelung, Ultraschall und eine neurophysiologische Messung Mittel der Wahl. Weil es eine Fülle von Ursachen für die verschiedenen Formen der Inkontinenz gibt, arbeiten in der Kontinenzsprechstunde Spezialisten aus mehreren Fachrichtungen gemeinsam Hand in Hand. „Die Patienten haben kurze Wege und können diskret unter einem Dach nicht nur untersucht, sondern auch behandelt werden, falls sie dies wünschen“, argumentiert Weber. Dies sei der entscheidende Vorteil der interdisziplinären Zusammenarbeit von Urologie, Gynäkologie, Allgemeinchirurgie, Physikalischer Medizin, Neurologie und Geriatrie

Die Kontinenzsprechstunde wird gut angenommen. Die Beratung in geschützter Atmosphäre wird geschätzt. Etwa 2.500 Patienten kommen im Jahr. „Wir können oftmals nicht heilen, aber helfen können wir immer“, macht der Urologe Mut, sich mit dem richtigen Gebrauch von Hilfsmitteln zu befassen. Ziel bei chronisch Kranken ist es, den Alltag zu verbessern und den Patienten ein Stück Selbstständigkeit zurückzugeben, damit sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.          

Anmeldung zur Kontinenzsprechstunde unter Tel. (0911) 398-7574 (Montag bis Freitag, 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr).

Autorin/Autor: Justina Mehrunger

 
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