Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin - "Für Angst vor der Narkose gibt es keinen Grund"
„Vor einer Narkose braucht heute keiner mehr Angst zu haben. Komplikationen bei der Narkose sind heutzutage sehr selten.“ Prof. Dr. Axel Junger weiß, wovon er spricht. Seit Mai ist er Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin. Damit ist er im Klinikum Süd und Nord zuständig für das gesamte OP-Management, die Anästhesie, die Schmerztherapie und die Operative Intensivmedizin.
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Der 42-Jährige weiß sehr wohl, dass sich noch immer viele Menschen vor der Narkose fürchten, aber diese Angst ist seiner Meinung nach unbegründet: „Die Patienten können sich sehr sicher fühlen“. Auch für eine umfassende Schmerztherapie, die von der Behandlung der Schmerzen nach einer Operation bis hin zur palliativen Schmerztherapie reicht, stünden den Anästhesisten eine Vielzahl an wirksamen Möglichkeiten zur Verfügung. Die besondere Aufmerksamkeit des neuen Chefarztes gilt den Patienten, die an schweren Erkrankungen wie Herzkreislauf-Störungen leiden und sich einer Operation unterziehen müssen. Sie tragen ein besonderes Risiko für Komplikationen. Doch dieses Risiko lässt sich durch ein intensives Vorhersage-Scoring frühzeitig erkennen und durch geziehlte Maßnahmen reduzieren. Der Faktor Zeit spielt dabei eine zentrale Rolle. „Eine frühzeitige und effektive Behandlung ist für den Behandlungserfolg ausschlaggebend.“ Damit erreiche man oft mehr als mit neuen Medikamenten. |
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Junger setzt bei der weiteren Entwicklung der Klinik auf die Optimierung der Abläufe, die wie in einem Räderwerk exakt ineinander greifen müssen. Für ihn sind Begriffe wie Prozesssteuerung, Effizienz und Optimierung keine rein ökonomischen Kategorien, mit deren Hilfe Geld gespart werden soll. Vielmehr beschreiben sie „zentrale Weichenstellungen für die Gesundheit des Patienten“.
Für seine neuen Aufgaben bringt Junger vielfältige Erfahrungen aus dem deutschen und dem anglo-amerikanischen Gesundheitswesen mit. Über Hamburg-Harburg und Karlsruhe kam er 2000 an die Uniklinik Gießen, wo er zuletzt als Stellvertretender Direktor und kommissarischer Leiter der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin tätig war. Im März 2007 wechselte er als Professor für Anästhesiologie an die Uniklinik in Halifax, Kanada. Von hier bringt Junger wichtige Impulse mit: Vor allem die flachen Hierarchien, die selbstständigen Behandlungsteams und eine effizientere Arbeitsteilung zwischen den beteiligten Berufsgruppen haben ihn beeindruckt.
Doch er lernte auch die Nachteile des kanadischen Gesundheitssystems kennen. Zwar erhielten alle Patienten – anders als im Nachbarland USA – unabhängig von ihrem Einkommen eine qualitativ hochwertige medizinische Behandlung, doch die Wartezeiten seien lang. Oft müssten Patienten Wochen und Monate auf ihre stationäre Behandlung warten. Ganz anders an seiner neuen Wirkungsstätte. „Ich habe mich daher mit dem Klinikum Nürnberg ganz bewusst für ein großes kommunales Krankenhaus in Deutschland entschieden.“Autorin/Autor: Doris Strahler

