Hautklinik - Vorsicht, wenn Insekten stechen
Auch die schönste Jahreszeit hat ihre Tücken: Die Decke für das Picknick ist ausgebreitet, und die Vesper-Pakete duften verführerisch. Doch ein Wespenstich zerstört die Familien-Idylle: Die Mutter wurde in die Hand gestochen, innerhalb von Minuten schwillt rund um die Einstichstelle die Haut stark an, nach einer halben Stunde kommt es zu Schwellungen im Gesicht sowie einem nesselartigen Hautausschlag am gesamten Körper. Die Frau bekommt kaum Luft – über das Handy wird der Notarzt verständigt.
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„Das ist eine typische anaphylaktische Reaktion, die schnell behandelt werden muss, um Leben zu retten“, erläutert Dr. Alexandra Bachtler, Leiterin der Allergologischen Ambulanz der Hautklinik im Klinikum Nord. „Diese Form der allergischen Reaktion ist zu unterscheiden von eher harmlosen, manchmal auch stärker ausgeprägten Schwellungen direkt an der Einstichstelle, bei denen meist mit einer Creme geholfen werden kann.“ Experten schätzen, dass in Deutschland etwa fünf Prozent der Bevölkerung eine allergische Reaktion auf Insektengifte zeigen. Genau wie beim Heuschnupfen ist die Insektengiftallergie eine Sofortreaktion des Körpers, die nicht lokal begrenzt ist, sondern sich auf den gesamten Körper ausdehnen kann. Schwellungen der Haut („Quaddeln“), Atemnot, Kreislaufprobleme bis hin zum anaphylaktischen Schock, einer lebensbedrohliche Reaktion des Körpers gegenüber körperfremden Eiweißstoffen, können die Folgen sein. „Die Auslöser dafür“, so Bachtler, „sind häufig in den Sommermonaten die Stiche von Bienen oder Wespen.“ |
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Personen, die von einer allergischen Reaktion auf Insektenstiche wissen, sollten daher laut Bachtler frühzeitig einen Facharzt aufsuchen, um eine exakte Diagnose stellen zu können: „Es wird genau notiert, wann und wo die Beschwerden auftraten und ob ein Stachel – wie in den meisten Fällen bei den Bienen – steckengeblieben ist. Dazu kommen ein Hauttest und eine Blutuntersuchung, um mögliche Antikörper nachzuweisen.“
Einen wirksamen Schutz bietet in vielen Fällen die so genannte Hyposensibilisierung: Dabei wird das entsprechende Insektengift zunächst in geringer Dosis dem Patienten unter die Haut gespritzt. Dann wird die Menge kontinuierlich gesteigert, damit der Körper einen wirksamen Schutzmechanismus aufbauen kann. „Die spezifische Immuntherapie führt bei nahezu allen Bienen- oder Wespengiftallergikern zum Erfolg und kann in ausgewählten Fällen auch schon bei Kindern eingesetzt werden“, betont Bachtler.
Grundsätzlich sollten alle Menschen, die von ihrer Insektenstichallergie wissen, in den Monaten des Insektenfluges stets ein Notfallset mit sich führen und auch wissen, wie man dieses anwenden muss. Darin enthalten sind ein flüssiges Antihistaminikum („Antiallergikum“), ein flüssiges Kortisonpräparat (bei Kindern Zäpfchen) sowie eine adrenalinhaltige Spritze.
Ein vorsichtiges und aufmerksames Verhalten kann verhindern, dass es überhaupt zu einem Insektenstich kommt. Also hektische Bewegungen vermeiden, wenn Bienen und Wespen in der Nähe sind, Distanz zu Blüten und überreifen Früchten halten, Picknicks vermeiden, weil die Speisen Wespen anlocken, nicht barfuß auf der Wiese herumlaufen oder Wespennester auf keinen Fall selbst entfernen. Nicht zuletzt sind Insektenschutzgitter an Fenstern eine sinnvolle Maßnahme, um in den eigenen vier Wänden besser geschützt zu sein.
Die Allergologische Ambulanz der Hautklinik im Klinikum Nord ist telefonisch unter (0911) 398-2741 zu erreichen.
Autorin/Autor: Axel Bredehöft

