Prostatakrebs - Neue schonende Operationsmethode
Wulf Hoenen ist guter Dinge, obwohl der 69-jährige Patient der Urologie im Klinikum Nord erst vor wenigen Tagen operiert worden ist. Der Grund: Eine neue Operationsmethode bei Prostatakrebs ermöglichte bei ihm eine weitgehend schmerzfreie und komplikationslose Entfernung der Vorsteherdrüse. „Ich konnte bereits nach einer Woche nach Hause und habe auch keine Schmerzen mehr“, erzählt Hoenen. Auch Inkontinenz nach dem Eingriff ist für ihn kein Thema.
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Hoenens Prostata wurde minimal-invasiv mit einer neuen Methode, mit der so genannten Laparaskopie entfernt. Für den Eingriff an der erkrankten Vorsteherdrüse reichen nun fünf kleine Schnitte, nicht größer als zehn Millimeter, um Operationsgeräte und eine Kamera über den Bauchraum in das Becken einführen zu können. „Mit der sensiblen Optik des Laparoskops können wir das Geschehen im Inneren des Körpers die ganze Zeit über beobachten, die Bewegung der Geräte am Bildschirm genau kontrollieren und auch kleinste Strukturen im Detail erkennen“, erläutert Oberarzt Dr. Peter Kelm. |
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Mit einer so genannten Ultraschallschere wird dann die Prostata entfernt, dadurch ist der Blutverlust sehr gering und keine Bluttransfusion mehr erforderlich. Mit Hilfe eines Katheters als Leitschiene werden danach Harnröhre und Blase miteinander verbunden und schließlich vernäht. „Die Naht“, so Assistenzarzt Axel Nill, „heilt durch die genauere Arbeit schneller ab, der Katheter kann damit viel früher, meist schon nach sechs Tagen entfernt werden, was die Gefahr einer Inkontinenz deutlich verringert.“
Konnten Patienten früher erst nach gut zwei Wochen entlassen werden, dürfen sie wie Hoenen bereits nach einer Woche wieder nach Hause gehen. Zudem sinkt das Risiko einer Impotenz, weil die an der Prostata verlaufenden Nerven besser geschont werden können. Mit der neuen OP-Methode ist der Erhalt der Erektion bei der Hälfte der Patienten ohne medikamentöse Hilfe problemlos möglich.
Eine erfolgreiche Behandlung setzt laut Oberarzt Kelm allerdings routinierte Operateure voraus. Nicht umsonst verweist er deshalb auf zehn Jahre Erfahrung in der Laparoskopie der Niere und setzt auf ein funktionierendes Teamwork wie etwa mit seinem Assistenzarzt Nill, der seit einem Jahr im Klinikum tätig ist und zuvor rund 300 Operationen im laparoskopischen Zentrum der Uniklinik Halle mit betreut hat.
Zudem verweist Kelm auf die enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Urologen wie Dr. Kian Momeni. Der Facharzt rät Männern ab 40 Jahren zu einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung der Prostata. „Zunächst tasten wir die Vorsteherdrüse auf Unregelmäßigkeiten der Oberfläche und Verhärtungen ab und entnehmen dem Patienten eine Blutprobe, um den sogenannten PSA-Wert bestimmen zu können“, erläutert Momeni. Das prostata-spezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, dessen Konzentration im Blut einen Hinweis auf eine Krebserkrankung geben kann. Bei Auffälligkeiten in der Diagnose werden meist im nächsten Schritt Gewebeproben der Prostata entnommen und vom Pathologen mikroskopisch untersucht. Dieser Eingriff erfolgt ambulant unter lokaler Betäubung und ist, so der Facharzt, „für den Patienten absolut schmerzfrei“.Autorin/Autor: Axel Bredehöft

