Mitarbeiterumfrage zum Thema: - Doppelt so viele Zecken - und dann?
In den bayerischen FSME-Risikogebieten gibt es heuer doppelt so viele Zecken wie im letzten Jahr.Auch die Zahl der gefährlichen FSME-Hirnhautentzündungen nimmt zu. In Bayern wurden 2008 fast die Hälfte aller deutschen FSME-Fälle registriert, die Experten raten daher dringend zur Impfung. Wie gehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums mit dieser Situation um?
Isolde Schöll (43), Gesundheits- und Krankenpflegerin im Kontinenzzentrum im KNN, seit 27 Jahren im Klinikum:
Vor der FSME-Hirnhautentzündung habe ich Respekt, deswegen sind wir in der Familie dagegen geimpft. Nur mein Sohn ist nicht geimpft, da er dagegen allergisch ist. Wenn wir im Freien, also in Wäldern und auf Wiesen, waren, suchen wir uns hinterher gründlich ab. Wir gehen einfach mit einem wachsameren Gefühl in die Natur, so versuchen wir, hohes Gras zu vermeiden, und tragen helle Kleidung oder lange Hosen. Außerdem achten wir sowieso auf Zecken, da wir alle drei in der Familie schon einmal Borreliose hatten.
Johanna Hecht (46), Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Kardiologie im KNS, seit 22 Jahren im Klinikum:
Mich als Städterin betreffen die Zecken nicht so. Kürzlich war ich aber bei einem Picknick auf einer Wiese und musste anschließend 15 Zecken von meiner Hose klauben. Aber das beeinträchtigt mein Gefühl, in der Natur zu sein, nicht. Ich halte mich an die üblichen Vorsichtsregeln, ziehe mich also langärmlich an, stecke meine Hose in die Socken und suche mich zu Hause nach Zecken ab. Ich passe eben auf und, wenn ich dann einmal eine Erythema migrans, also eine Wanderröte, feststellen sollte, werde ich einen Arzt aufsuchen.
Thomas Hilden (41), stellvertretende Stationsleitung der B.O1.5 der Neurologie im KNS, seit 15 Jahren im Klinikum:
Ich habe einen Garten und bin eigentlich jeden Tag draußen. Das lasse ich mir auch nicht nehmen. Ich werde auch weiterhin kurze Hosen tragen. Von der allgemeinen Zeckenhysterie lasse ich mich nicht anstecken. Natürlich gibt es von Zeckenbissen verursachte Krankheitsbilder mit schweren Verläufen, und die Erzählungen davon manifestieren sich zu einem Bild von einer gefährlichen Zeckenbedrohung. Letztendlich ist das Ganze doch zum Großteil eine Propaganda der Pharmaindustrie, die ihren Impfstoff an den Mann bringen will und so tut, als hätte die Impfung keine Nebenwirkungen.
Ursula Müller (49), Bibliothekarin in der Wissenschaftlichen Bibliothek im KNN, seit 13 Jahren im Klinikum:
Angst wäre übertrieben, aber die Tatsache der Vermehrung der Zecken macht mir schon Sorgen, zumal ja wir in Bayern zum Hochrisikogebiet gehören. Ich habe mich impfen lassen, meine Familie auch, denn wir wohnen gleich in der Nähe eines Waldgebietes. Auch wenn wir in den Wald oder über Wiesen gehen, suchen wir uns hinterher nach Zecken ab. Wir sind da schon aufmerksamer als früher.
Carla Weigel (28), Assistenzärztin in der Herzchirurgie im KNS, seit Mai dieses Jahres im Klinikum:
Nein, eine solche Nachricht macht mir keine Angst. Gegen FSME bin ich geimpft und Borreliose kann ich behandeln. Ich gehe weiterhin gerne in die Natur, spaziere über Wiesen und durch Wälder, und lasse mich davon nicht verrückt machen. Ich glaube, da ist auch ein bisschen Panikmache dabei.
Bertram Vilz-Wahlig (41), Gesundheits- und Krankenpfleger in der Gastroenterelogie, Station 14/5 im KNN, seit 16 Jahren im Klinikum:
Mich trifft es nicht so, weil ich nicht so viel aus dem Haus gehe, Aber meine Kinder sind viel draußen, die suchen wir regelmäßig ab. Dazu haben wir ein Zeckenset aus der Apotheke mit einer Lupe und einem Instrument zum Entfernen von Zecken. Ich glaube nicht, dass hinter solchen Zeitungsmeldungen Panikmache oder gar wirtschaftliche Interessen der Pharmakonzerne stehen, die den Impfstoff produzieren. Wenn die Winter so mild sind, vermehren sich die Zecken eben verstärkt.
Dr. Verena Khan (31), Assistenzärztin im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im KNN, seit sieben Monaten im Klinikum:
Zur Zeit machen mir solche Meldungen schon Sorgen. Ich bin nämlich schwanger und kann daher nicht geimpft werden. Ich hatte zuvor schon in einem ausgesprochenen Risikogebiet gewohnt, da hatte ich mich impfen lassen. Aber nun schon einige Jahre nicht mehr. Ich verzichte jetzt aber nicht auf Wälder und Wiesen, sondern versuche entsprechend vorsichtig zu sein. Das fängt bei heller Kleidung an und geht bis zum Absuchen des eigenen Körpers nach dem Aufenthalt im Freien. Ich finde es gut und wichtig, dass man überall ausführliche Informationen über Risikogebiete bekommt.
Dr. Oliver Stagneth (36), Facharzt für Anästhesie im KNS, seit dreieinhalb Jahren im Klinikum:
Ich mache mir keine Sorgen, ich bin auch nicht geimpft. Gegen Borreliose kann man sich ja sowieso nicht impfen lassen. Ich bin gerne in der Natur, gehe viel wandern und oft zum Klettern. Das macht mir Spaß und das wAutorin/Autor: Bernd Siegler

