Neues Messgerät - Schnellere Diagnose und genauere Therapie bei Kinderasthma
Tobenden Kindern geht schon mal die Puste aus, wenn sie beim Spielen die Treppen rauf und runter rennen. Jedem zehnten Kind bleibt allerdings schon auf den ersten Stufen die Luft weg. Die Ursache: Asthma. Typische Beschwerden sind trockener Reizhusten oder pfeifende Atmung, die eine Folge entzündlicher Veränderungen der Bronchien sind.
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Jetzt hat das Zentrum für Neugeborene, Kinder und Jugendliche im Klinikum Süd ein neues Stickoxid-Messgerät, mit dem allergisches Asthma sehr viel genauer und schneller erkannt und behandelt werden kann. „Bisher konnten wir mit der Lungenfunktionsprüfung quasi nur den sichtbaren Eisberg analysieren“, erklärt Oberarzt Dr. Horst Seithe von der Kinderklinik, „jetzt bekommen wir auch den Teil unter Wasser zu Gesicht, also das gesamte Ausmaß der bronchialen Entzündung.“ Bei dem Apparat müssen die jungen Patienten dreimal kurz in ein Mundstück pusten, nach etwa zehn Sekunden ist die Prozedur vorbei. „Das Gerät misst den Anteil der Stickoxide in der Luft beim Ausatmen“, so Seithe. Je höher deren Anteil ist, desto stärker ist die Entzündung der Bronchien. Dann werden die Patienten häufiger Atemnot haben. |
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Bei gesunden Kindern und Jugendlichen liegt der Anteil von Stickoxid-(NO)-Molekülen in der Atemluft zwischen 5 bis 25 ppb (parts per billion, also fünf bis 25 Teile Stickoxid pro einer Milliarde Teile Atemluft). Bei kranken Kindern werden jedoch deutlich höhere Werte, teilweise auch über 100 ppb nachgewiesen. „Durch die umfassendere Diagnose dank des neuen Geräts“, ergänzt der Oberarzt, „können wir auch die Therapie, also etwa das Inhalieren von Cortison, besser dosieren.“
Einen weiteren Nutzen haben junge Patienten, die unter der seltenen Erkrankung des Kartagener Syndroms leiden. Dessen Ursache liegt in den Flimmerhärchen, die nicht mehr voll funktionsfähig sind und somit eine ausreichende Selbstreinigung der Lunge und Nasennebenhöhlen unmöglich machen. Die Krankheit ist angeboren, die Symptome sind Dauerhusten sowie häufige Entzündungen von Lunge, Nasennebenhöhlen und Mittelohr. Um das Kartagener Syndrom zweifelsfrei erkennen zu können, war früher eine aufwändige Diagnostik erforderlich. Mit dem neuen Gerät kann man nun in wenigen Sekunden den genauen Wert der Stickoxide im nasalen Bereich ermitteln, der bei dieser Erkrankung im Vergleich zu den anderen Atemwegserkrankungen auffallend niedrig ist.
Die Anschaffung des neuen Diagnostik-Gerätes wurde möglich durch die großzügige finanzielle Unterstützung gleich mehrerer Sponsoren wie dem Unternehmen Kaiser Lacke, der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner-Stiftung sowie dem Verein Klabautermann e.V. und dem Verein Kartagener Syndrom.
Autorin/Autor: Axel Bredehöft

