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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 3 >> Liebe Leserin, lieber Leser,

Liebe Leserin, lieber Leser,

bei einem Bürgerbegehren im letzten Jahr in Leipzig sprachen sich 87,4 Prozent der abgegebenen Stimmen für den Erhalt des kommunalen Eigentums aus. Freiburg und Dortmund holten inzwischen die Reinigungskräfte unter das kommunale Dach zurück, die Stadt Kiel will den Nahverkehr wieder in eigener Regie betreiben, und Saarbrücken rekommunalisiert Abfallentsorgung und Abwasserbeseitigung. Diese Beispiele ließen sich fortführen. Privatisierung kommt aus der Mode, viele Städte besinnen sich darauf, dass die Daseinsvorsorge in öffentlicher Hand bleiben muss. Nur dann haben die Kommunen und die gewählten politischen Entscheidungsträger direkten Einfluss auf Angebot, Verfügbarkeit, Preise und Qualität.

Zur Daseinsvorsorge gehört untrennbar die Gesundheitsversorgung. Nur noch ein Drittel der Krankenhäuser in Deutschland sind in öffentlicher Hand. Viele Kliniken wurden von den Kommunen aus Geldnot an private Träger verkauft. Doch oft konnten sich die Städte nur über eine einmalige Entlastung ihrer Haushalte freuen. In Hamburg entwickelte sich der Verkauf der Kliniken für die Stadt gar zum Finanzdesaster, und nach dem Verkauf des Universitätsklinikums Gießen-Marburg sprechen Ärzte und Pfleger öffentlich von „dramatischen Qualitätseinbußen“.

In Nürnberg stehen Oberbürgermeister und Stadtrat zum Klinikum als Kommunalunternehmen. Sie wissen, dass dort Nacht für Nacht an allen Tagen in den beiden Notaufnahmen 30 Ärzte und rund 150 Pflegekräfte für Notfälle da sind (siehe Reportage ).

Dr. Estelmann
 

Sie wissen, dass die neuesten Medizingeräte und Operationsmethoden in kommunalen Häusern der Maximalversorgung wie dem Klinikum zum Einsatz kommen z.B. die schonende Prostata-Laparaskopie oder die exakte Stickoxid-Atemluftbestimmung bei der Diagnose von Asthma bei Kindern.  Sie wissen, dass patientennahe Klinische Forschung hauptsächlich in großen kommunalen Häusern stattfindet.  Sie wissen, dass neue medizinische Angebote sich am Bedarf orientieren und nicht ausschließlich an der Wirtschaftlichkeit wie die Ambulanz für Kinderdiabetes oder die Mutter-Kind-Tagesklinik für psychische Störungen rund um die Schwangerschaft und sie wissen, dass sich in solchen Häusern kompetente Mitarbeiter engagieren, um sich zu schwierigen ethischen Fragen in Ethik-Cafés austauschen zu können.„Wir sind für Sie da“ ist für das Klinikum Nürnberg keine Leerformel. Das Klinikum ist für seine Patienten da und nicht für den Shareholder-Value von Aktionären. Dafür, dass dies so bleibt, setzen wir uns ein.

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen

Dr. Alfred Estelmann, Vorstand des Klinikums Nürnberg

Autorin/Autor: Estelmann

 
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