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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 3 >> Kinderdiabetes - Neue Ambulanz sorgt für optimale Betreuung

Kinderdiabetes - Neue Ambulanz sorgt für optimale Betreuung

Die Nachricht aus der Wissenschaft klingt wunderbar: Unsere Lebenserwartung steigt von Jahr zu Jahr. Doch es gibt Forscher, die warnend den Zeigefinger heben und davon überzeugt sind, dass unsere Kinder zu der ersten Generation zählen, die kürzer leben wird als ihre Eltern.

Die Gründe dafür sehen sie in den Folgen einer ungesunden Lebensweise, die vermehrt zu Bluthochdruck, erhöhten Fettwerten und Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) führt. Allein in Deutschland sind 25.000 junge Menschen zuckerkrank, Tendenz steigend. Für sie ist nun die neue Diabetes-Ambulanz im Zentrum für Neugeborene, Kinder und Jugendliche im Klinikum Süd die richtige Anlaufstelle.

Seit Jahren betreut das Diabetes-Team der Kinderklinik ambulant wie stationär Jungen und Mädchen, deren Blutzuckerspiegel erhöht ist. Mit der vor wenigen Wochen offiziell von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) erteilten Ermächtigung für eine Diabetes-Ambulanz, kann das Angebot nun deutlich erweitert werden.
Fortschritt: Mit der neuen Diabetes-Ambulanz erweitert das Diabetes-Team um Dr. Horst Seithe, Oberarzt im Kinderzentrum im Klinikum Süd, das Angebot für zuckerkranke Kinder und Jugendliche erheblich
 

„Wir können in den neuen Räumen im Nachsorgehaus mit Überweisung der niedergelassenen Ärzte jetzt ein komplettes Paket für alle erforderlichen ambulanten Leistungen anbieten“, erläutert Oberarzt Dr. Horst Seithe. Das reicht von der individuellen Insulintherapie, Rezeptausstellungen, altersgerechten Schulungsangeboten bis zur psychosozialen Betreuung und Anträgen für eine Reha-Maßnahme.

Mit dem Diabetes-Team betreut Seithe derzeit über 150 Patienten und sieht darin große Vorteile für eine erfolgreiche Behandlung, denn es bedarf nur noch einer Anlaufstation, um Fragen und Probleme schnell klären zu können: „Alle drei Monate können wir den jungen Patienten anhand der Blutzuckerwerte Empfehlungen geben für eine verbesserte Insulintherapie, ein geeignetes Essverhalten und Tipps zu sportlichen Aktivitäten oder für Reisen.“ Einmal im Jahr steht eine große Untersuchung an, bei der neben den Blutwerten auch andere wichtige Parameter zu Gewicht, Herz und Kreislauf erfasst werden.

Sollte der Blutzuckerwert zuhause gefährlich schwanken, ist die Ambulanz tagsüber erreichbar. In besonders dringenden Fällen, wenn Kinder und Jugendliche in die Notfallaufnahme des Klinikums gebracht werden müssen, stehen auch dort qualifiierte Ansprechpartner zur Verfügung. Bereits vor der offiziell erteilten Ermächtigung als Ambulanz wurde die Qualität der Leistungen in der Diabetes-Beratung fachlich gewürdigt: In einem bundesweiten Vergleich der Universität Ulm belegte das Diabetes-Team im letzten Jahr den sehr guten 14. Platz unter insgesamt 194 Einrichtungen.

Angesichts der alarmierend steigende Zahl von chronischen Erkrankungen auch bei Kindern und Jugendlichen, fördert das Bundesgesundheitsministerium verstärkt so genannte Disease-Management-Programme (DMP). Deren Ziel ist es, chronische Erkrankungen wie Asthma, Herz- und Kreislauferkrankungen oder eben Diabetes erfolgreicher behandeln zu können. Zeitgleich mit der Aufwertung zur Ambulanz wurde auch die Ermächtigung erteilt, als Schwerpunkteinrichtung am DMP für Diabetiker bis zum 21. Lebensjahr teilzunehmen. „Wir können jetzt“, so Seithe, „junge Patienten in das Programm aufnehmen und ihnen verschiedene Angebote wie etwa Gruppenschulungen bieten, die von den Krankenkassen den nur eingeschriebenen Patienten bezahlt werden.“

 

Die Diabetes-Ambulanz ist unter (0911) 398-5263 oder per E-Mail unter diabetesteam.kns@klinikum-nuernberg.de zu erreichen.

Autorin/Autor: Axel Bredehöft

 
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