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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 3 >> Gerontopsychiatrie - Mehr und bessere Therapie für alte Menschen

Gerontopsychiatrie - Mehr und bessere Therapie für alte Menschen

Die steigende Zahl alter Menschen in unserer Gesellschaft stellt das Gesundheitssystem und damit auch die Krankenhäuser vor neue Herausforderungen. Denn damit nimmt auch die Zahl der Menschen über 65 Jahre zu, die an psychischen Störungen leiden.

„Patienten mit Organerkrankungen, bei denen die psychiatrische Erkrankung aber im Vordergrund steht, sind auf einer gerontopsychiatrischen Station besser aufgehoben“, weiß Dr. Reinhold Waimer, leitender Oberarzt der Gerontopsychiatrie in der Klinik für Psychiatrie.

Eine solch eigenständige Station gibt es nun ab Mitte Juli mit 22 Betten im Haus 22 im Klinikum. Dort kümmern sich dann Gerontopsychiater intensiv um die Patienten. Die medizinische Weiterbehandlung durch die Fachdisziplinen ist dabei sichergestellt.

Psychische Störungen wie Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie oder zwanghaftes Verhalten spielen im Alter eine eher untergeordnete Rolle bzw. sie mildern sich mit dem Älterwerden ab. Doch immer mehr alte Menschen leiden an Demenz und Depressionen, bei vielen von ihnen so stark ausgeprägt, dass sie – zumindest zeitweise – einer gerontopsychiatrischen Behandlung bedürfen.

Die neue gerontopsychiatrische Station ist nicht das einzige Angebot der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für ältere Patienten. Bereits seit Juli 2000 gibt es ein umfangreiches ambulantes und stationäres Angebot für eine entsprechende Diagnostik und Therapie sowie eine ambulante Nachsorgebehandlung im Rahmen der Übergangspflege.

Dieses wurde nun noch einmal erweitert. So kann eine umfassende Diagnostik von Demenzsyndromen im Klinikum Nord neben dem ambulanten Angebot der Gedächtnissprechstunde auch stationär durchgeführt werden. Die Patienten kommen für etwa vier bis fünf Tage in die Klinik und durchlaufen in dieser Zeit die gesamte Diagnostik.

„Dies ist für viele Patienten und ihre Angehörigen eine große Erleichterung“, weiß der Oberarzt. Für ältere Patienten mit Depressionen oder einer Demenz, die hier im Klinikum wegen einer Organerkrankung behandelt werden, steht zudem ein Liaison- und Konsildienst zur Verfügung, d.h. sie werden direkt vor Ort von einem Gerontopsychiater mitbehandelt.

Für die Zukunft haben Waimer und seine Kollegen von der Klinik für Psychiatrie noch mehr vor. Ihr Ziel ist – in enger Kooperation mit den beteiligten Fachkliniken wie z.B. der Geriatrie und der Neurologie im Rahmen des Zentrums für Altersmedizin – der Aufbau eines gerontopsychiatrischen Zentrums, das stationäre, teilstationäre und ambulante Angebote umfassen soll.

So könnte unter anderem das stationäre und ambulante Angebot für depressive ältere Patienten ausgebaut werden. Es sind vor allem alterspezifische Probleme wie der Übergang in den Ruhestand, zunehmende körperliche und geistige Einschränkungen und der Verlust des Lebenspartners, die bei alten Menschen Depressionen auslösen können, und einer besonderen Behandlung bedürfen.    

Zentrum für Altersmedizin    

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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