Buchtipp - Gregor Schöllgen - Theo Schöller, der Eiskönig
„Es war ein zylinderförmiges Stück Vanille-Eis am Stiel, in Stanniolpapier gewickelt, das aus einem Bauchladen an die Vorstellungsbesucher verkauft wurde.“
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So schildert Eiskönig Theo Schöller Jahrzehnte später seine erste Begegnung im Jahre 1935 im berühmten Berliner Varieté „Scala“ mit dem Produkt, das ihn berühmt und das er populär machen sollte. Der Erlanger Geschichtsprofessor Gregor Schöllgen, der schon den Nachlass von Willy Brandt mit herausgab und die Geschichte zahlreicher deutscher Unternehmerpersönlichkeiten aufarbeitete, hat sich auf Spurensuche im Hause Schöller begeben. In seinem Buch „Der Eiskönig“ schildert er eine typisch deutsche Geschichte: die von Theo Schöller (1917 - 2004) auf seinem Weg vom Kinokartenabreißer zum Millionär. Schöllers erste Jobs in Nürnberg weisen sofort auf seinen Unternehmergeist hin, denn als Gorilla verkleidet versucht er Ende 1933, die Nürnberger für den Kinostart von „King Kong“ in die Luitpold-Lichtspiele zu locken. Die Brüder Karl und Theo Schöller machen in der NS-Zeit zunächst gute Geschäfte mit „Eis am Steckerl“, später mit kriegswichtigen „Tiefkühlkonserven“. Nach Kriegsende dann das Durchstarten im Wirtschaftswunder-Land bis hin zum „Eiskönig“ und zum sozialen Patriarchen, der seine Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen bindet, seine Gewinne reinvestiert und ein großzügiger Mäzen seiner Heimatstadt und des Klinikums Nürnberg wird. Schöllgen hat das Buch laut Vorwort mit Unterstützung der Schöller-Familienstiftung und von Friedl Schöller, der Witwe von Theo Schöller, geschrieben. Er präsentiert ein Stück fränkischer Wirtschaftsgeschichte, informativ, eingebettet in die Zeitgeschichte und stets mit großer Sympathie. |
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Gregor Schöllgen: Der Eiskönig – Theo Schöller, ein deutscher Unternehmer, C.H.Beck Verlag, München 2008, 192 Seiten, 19,90 Euro
Autorin/Autor: Bernd Siegler

