Hilfsprojekt für Borneo - Einsatz für den Erhalt des Regenwaldes
Totenkopf-Indianer, Kopfgeldjäger und giftige Schlangen – nichts konnte die Nürnberger Roland Zeh und Bodo Jenewein von einer dreiwöchigen Reise nach Borneo/Indonesien abhalten. Die beiden Krankenpfleger des Klinikums hatten zwei Spendenschecks in Wert von fast 5.000 Euro und Sachspenden im Gepäck.
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Ziel der Reise war es aber nicht nur die Spenden zu übergeben, sondern auch mit zahlreichen Fotos die radikalen Abholzungsaktionen des Regenwaldes zu dokumentieren. Seit 2001 wird jährlich eine Fläche von 3 bis 3,5 Millionen Hektar Wald vernichtet – mehr als neun Fußballfelder pro Minute. Vor neun Jahren machte es mitten im tiefsten Regenwald von Venezuela Klick im Kopf von Roland Zeh. Der 45-jährige Krankenpfleger der Notaufnahme im Klinikum Süd machte damals eine Reise auf der Humboldt-Route. Eines Nachts blickte er in den sternenklaren Himmel. Ein Gefühl tiefster Zufriedenheit und Ruhe breitete sich in ihm aus. Roland Zeh erlebte diesen Moment wie eine Erleuchtung: „Von einer Sekunde auf die andere wurde mir klar, dass die Gier der Menschen im Westen nach Mobilität und Komfort den Lebensraum der Menschen, Tiere und Pflanzen im Regenwald zerstört. Mit ihrer Unachtsamkeit und Verschwendung vernichten sie unbewusst Leben im anderen Teil der Erde. Diese Zusammenhänge musste ich den Menschen klarmachen.“ |
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Seither kämpft Zeh unermüdlich für den Erhalt des Regenwaldes. Für ihn ist Regenwaldschutz „Klima- und Artenschutz zugleich“. Im vergangenen Jahr gründete er den Verein „Lebensraum Regenwald e.V.“. Eifriger Mitstreiter an seiner Seite ist Bodo Jenewein von der Notaufnahme im Klinikum Nord.
Zahlreiche Spendensammelaktionen wurden seither durchgeführt. 600 Euro kamen bei der Jahresabschlussfeier der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie zusammen. Auch der FCN-Fanclub „Norispower Klinikum“ spendet für jedes Tor der Cluberer 250 Euro.
Die Spendengelder konnten nun vor Ort mehreren Stiftungen übergeben werden. Die ALT-Foundation (Alas Lou Taka – Der Wald, unser Zuhause) kauft Regenwald auf, stellt diese Flächen unter Schutz und betreibt erfolgreich Wiederaufforstungen. Die Borneo Orang-Utan Survival Foundation betreibt ebenfalls Wiederaufforstungsprojekte, um dort später die vom Aussterben bedrohten Orang-Utans auszuwildern. So kann vielleicht eine der letzten Zufluchtsstätten für Orang-Utans, Malaienbären und andere bedrohte Arten in Borneo geschaffen werden. Schließlich freute sich eine Schule in Tuanan über Stifte von Faber-Castell.
Das schönste Erlebnis auf der Reise war für Roland Zeh sehen zu können, dass sich Regenwald binnen kürzester Zeit wiederaufforsten lässt. Bäume, die erst 2001 auf Brachflächen gepflanzt wurden, sind inzwischen schon bis zu 25 Meter hoch. Und sofort hat sich wieder Leben angesiedelt: Leguane, Schlangen, Vögel, Insekten und exotische Pflanzen. „Da habe ich gesehen, dass sich die ganze Arbeit lohnt.“ Auch die Herzlichkeit der Menschen, vor allem der Ureinwohner Dayak, hat ihn berührt. Denn wo der Regenwald gerodet wird, verlieren die Menschen ihre Lebensgrundlage.
Hochmotiviert will der Krankenpfleger weiter Aufklärungsarbeit betreiben. „Wir leben im Überfluss, wir müssen bescheidener und achtsamer werden“, lautet seine Botschaft. Wer Rad fahre, spare Treibstoff. Jeder könne zudem bei seinem täglichen Einkauf auf die Inhaltsangabe achten und Produkte mit pflanzlichen Ölen meiden. Dahinter verbergen sich oft Palmöle, und gerade für Palmölplantagen werden weltweit Regenwaldflächen gerodet.
Für die Zukunft hat Roland Zeh viele Wünsche. Für ein Funkgerät, das der Verein einer Krankenstation für die Yanomani-Indianer im Amazonasgebiet übergeben hat, fehlen noch eine Antenne, ein Solarpanel und eine Batterie im Wert von ca. 1.000 Euro. Der zweite Wunsch ist deutlich größer: Zeh hofft, dass sein Verein zusammen mit der ALT-Foundation insgesamt 150.000 Hektar des Meratus-Regenwalds erwerben und damit einen der letzten intakten Tieflandregenwälder der Erde erhalten kann. Ein Hektar kostet 30 Euro.
Weitere Infos im Internet: www.lebensraum-regenwald.de. Spendenkonto Nr. 103 34 217, BLZ 760 501 01, Sparkasse Nürnberg.
Autorin/Autor: Birgit Birchner

