Altersmedizin - Fitnessformel für das Alter?
So recht erklären kann es bis heute niemand. Manche 90-Jährige sind so fit und munter, dass sie ihren Alltag problemlos allein bewältigen können. Andere hingegen sind schon mit 80 Jahren gebrechlich und auf unterstützende Pflege angewiesen.
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Worin sind diese Unterschiede begründet? Und ließe sich der Gebrechlichkeit durch gezielte Maßnahmen vorbeugen? Diesen Fragen gehen Wissenschaftler auf der ganzen Welt nach, darunter auch in Nürnberg. Im Institut für Altersmedizin der Universität Erlangen-Nürnberg wollen die Ernährungswissenschaftlerin Rebecca Kaiser (2.v.r.) und der Arzt Dr. Matthias Kaiser (2.v.l.) herausfinden, ob und, wenn ja, welche Stoffwechselvorgänge die Gebrechlichkeit im Alter beeinflussen. Unterstützt werden sie dabei von den Ärzten der Geriatrie im Klinikum, die dazu beitragen, dass die Forschung sich an der klinischen Praxis und den Bedürfnissen alter Menschen orientiert. |
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„Ziel dieser weltweit ersten Studie ist es, Stoffwechselvorgänge zu finden, die die funktionelle Fitness im Alter positiv oder negativ beeinflussen“, erklärt Prof. Cornel Sieber (l.), Chefarzt der Geriatrie im Klinikum und Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin – Geriatrie der Universität Erlangen-Nürnberg. Denn mit genauen Erkenntnissen darüber ließe sich in Zukunft vielleicht ein Risikoprofil erstellen, aus dem sich Tipps für eine bessere Ernährung oder eine individuelle medikamentöse Therapie ableiten könnten. Dies erhoffen sich jedenfalls die beteiligten Ärzte und Wissenschaftler.
Doch noch liegt die therapeutische Anwendung in weiter Ferne. Erst einmal geht es darum, überhaupt Zusammenhänge zwischen Stoffwechselvorgängen und Gebrechlichkeit nachzuweisen. Dabei wird neben Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen auch der Einfluss von Hormonen untersucht. Für diese komplexe Studie müssen unzählige Parameter erfasst und miteinander verglichen werden. „Die Auswertung so großer Datenmengen ist erst seit kurzem und nur mit modernster Labortechnik möglich“, erklärt Dr. Jürgen Bauer (r.), Oberarzt in der Geriatrie im Klinikum. In einem Jahr werden die ersten Ergebnisse der Studie vorliegen.
Weitere Informationen über die Studie und Anmeldung unter Tel. (0911) 3000-521.
Autorin/Autor: Doris Strahler

