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Unfall- und orthopädische Chirurgie - Wenn das Schultergelenk instabil wird

Keines unserer Gelenke gibt uns eine so große Bewegungsfreiheit wie das Schultergelenk. Und kein anderes Gelenk ist so verletzlich. Die nur klein ausgebildete Gelenkpfanne lässt dem Oberarm eine große Bewegungsfreiheit, damit wir in alle Richtungen greifen können ? nach vorne, nach oben und zur Seite. Die Stabilität des Gelenks beruht daher zu einem Großteil auf dem kraftvollen Zusammenspiel von Muskeln, Bändern und Sehnen. Doch genau darin liegt auch die Schwäche des Schultergelenks. Schon kleinere Verletzungen können das Gelenk destabilisieren, es ist dann anfällig für weitere Verletzungen. Wird das Schultergelenk über einen längeren Zeitraum ruhig gestellt, kann es schnell versteifen.

?Schmerzen im Schultergelenk darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen?, raten die beiden Fachärzte in der Klinik für Unfall- und orthopädische Chirurgie, Dr. Markus Geßlein und Matthias Wagner. Verletzungen im Schultergelenk ? egal ob chronisch oder nach einer Verletzung ? sollten immer sorgfältig untersucht werden, damit anschließend ein individueller Therapieplan erstellt werden kann. ?Vor allem jüngere Menschen sollten auch eine Operation ins Auge fassen?, raten die beiden Ärzte.

Das ausgerenkte Schultergelenk (Luxation), eine der häufigsten Verletzungen der Schulter  überhaupt, ist dafür ein gutes Beispiel. Vor allem, wer weiterhin Sport treiben und beweglich bleiben will, sollte sich nicht unbedingt mit dem Wiedereinrenken und einer längeren Ruhigstellung des Gelenks zufrieden geben. Selbst eine alleinige anschließende Physiotherapie führt oft nicht zum gewünschten Erfolg. Denn beim Ausrenken wird der Faserring, der die Gelenkpfanne umgibt und zur Stabilität des Gelenks beiträgt, oft abgerissen. ?Danach kann man sich schon beim Anziehen einer Jacke den Arm wieder auskugeln?, erklärt Wagner.

Schwachstelle: Kein anderes Gelenk ist so verletzlich wie das Schultergelenk, denn seine Stabilität beruht zu einem Großteil auf dem kraftvollen Zusammenspiel von Muskeln, Bändern und Sehnen
 

So bleibt es bei zwei Dritteln der unter 30-Jährigen, dies zeigen Studien, nicht bei einem einmaligen Ereignis. Auf Dauer droht dann eine Bewegungseinschränkung des Schultergelenks. Ein arthroskopischer Eingriff, der über mehrere kleine Hautschnitte geführt wird, schafft hier Abhilfe. Dabei wird zunächst mit Hilfe einer Kamera, die in das Gelenk eingeführt wird, die Verletzung untersucht. Mit Hilfe von Spezialinstrumenten wird der abgerissene Faserring wieder an der Gelenkpfanne befestigt. Noch in der Klinik beginnt dann das Bewegungstraining, gefolgt von einer intensiven Rehabilitation.

Verletzungen in der Rotatorenmanschette, also der Muskeln, die eine kraftvolle Bewegung der Schulter ermöglichen, können ebenfalls durch einen arthroskopischen Eingriff behandelt werden. Durch Unfälle oder aufgrund von Abnutzungserscheinungen im Alter kann es zu Rissen in der Rotatorenmanschette kommen. Die Schulter verliert dadurch nicht nur an Stabilität, auch die Innen- und Außendrehung sowie das seitliche Abspreizen des Armes wird kraftlos. Hier kann minimal-invasiv eine Naht der eingerissenen Muskulatur erfolgen und die Beweglichkeit und Kraft wiederhergestellt werden.

Als regionales Zentrum zur Therapie von Gelenkerkrankungen bietet die Klinik für Unfall- und orthopädische Chirurgie im Klinikum Süd unter der Leitung von PD Dr. Hermann-Josef Bail  allen Patienten mit Schultergelenkserkrankungen ein umfassendes und individuelles Behandlungskonzept von der Diagnostik bis zur Frührehabilitation an. „Bei uns verlieren die Patienten auf dem Weg zur richtigen Therapie keine Zeit, da wir alle Leistungen hier im Haus haben“, betont Oberarzt Dr. Peter Landgraf. Dabei entscheide ein schneller Therapiebeginn oft über die zukünftige Beweglichkeit. Darüber hinaus finden Patienten, die keine lange Auszeit von ihrer Familie und Beruf nehmen wollen, hinter dem Klinikum Süd gleich das Ambulante Reha-Zentrum vor.     

 

Sprechstunde für Sportverletzungen und Gelenkserkrankungen: Anmeldung für Kassenpatienten Tel. (0911) 398-2727, für Privatversicherte (0911) 398-2600

 

Unfallchirurgie

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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