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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 2 >> Osteoporose - Kupfer als Indikator für die Knochendichte

Osteoporose - Kupfer als Indikator für die Knochendichte

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Osteoporose, also der so genannte Knochenschwund,  zu den zehn häufigsten Volkskrankheiten weltweit. Weniger bekannt als Osteoporose ist die Osteopenie, eine Minderung der Knochendichte, sie gilt als Vorstufe zur Osteoporose. Betroffen sind davon hauptsächlich Frauen in und nach der Menopause. Konnte bislang die Knochendichte nur durch eine spezielle Röntgenuntersuchung oder eine Computertomografie gemessen werden, hat der im Klinikum Nürnberg arbeitende Forscher Dr. Mohammad Anwar Chaudhri nun eine Methode entwickelt, die weder teurer Apparaturen bedarf, noch die Patienten einer Strahlenbelastung aussetzt: Er misst im Blutplasma einfach den Anteil von Kupfer-Ionen.

Weltweit als erstem Forscher ist es ihm gelungen, den Zusammenhang von Kupfer-Konzentration und Knochendichte zu bestimmen. ?Eine einfache, billige und strahlungsfreie Methode, um die Knochendichte zu bestimmen, wir brauchen nur wenige Milliliter Blut?, erläutert Chaudhri.

Der 62-Jährige mit der pakistanischen Staatsangehörigkeit arbeitete seit August 2003 ehrenamtlich zunächst im Institut für Medizinische Physik und seit zwei Jahren im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Klinikum Nürnberg Süd. Sein Credo lautet: ?Gute Forschung für wenig Geld.?

Chaudhri wurde im indischen Kahnur geboren. Er studierte Physik in Lahore, Pakistan, ging dann nach Cambridge, um zu forschen, und machte in Heidelberg seinen Doktor. Danach lehrte und forschte Chaudhri an renommierten Universitäten in Großbritannien, Pakistan, Australien und Deutschland. Aus familiären Gründen kam er schließlich nach Nürnberg und spezialisierte sich u.a. auf die Erforschung der Bedeutung der so genannten Spurenelemente in der Medizin.

Wegweisend: Ehrenamtlich arbeitet Dr. Mohammad Anwar Chaudhri als Wissenschaftler im Klinikum und ist dabei, die Knochendichte-Bestimmung zu revolutionieren
 

Schon lange weiß man, dass nicht nur Kalzium als Knochenbaustein besonders wichtig ist. Zahlreiche Mikronährstoffe wie die Spurenelemente Magnesium, Zink, Kupfer oder Mangan sowie die Vitamine D, K, C, B6 und B 12 spielen eine besondere Rolle für den Knochenstoffwechsel.

Die für eine Diagnose notwendige Bestimmung der Knochendichte blieb jedoch aufwändig und teuer. Die gebräuchlichen Verfahren machen es sich zunutze, dass Röntgenstrahlung umso mehr abgeschwächt wird, je dichter der Knochen ist. Gemessen wird diese Abschwächung mit einem Verfahren, das mit zwei energetisch unterschiedlichen Röntgenquellen arbeitet, der so genannte Dual-Röntgen Absorptiometrie (DEXA), oder mit einer quantitativen Computertomografie (QCT). Beide Apparaturen sind sehr teuer, und die Messung bringt eine zum Teil hohe Strahlenbelastung mit sich.

In Deutschland gibt es rund 800 solcher Knochendichte-Messplätze in Arztpraxen und Krankenhäusern. In Ländern der so genannten Dritten Welt sind solche Messplätze aber sehr dünn angesiedelt.

Chaudhri hat sich nun zusammen mit Privatdozent Dr. Wolfgang Kemmler vom Institut für Medizinische Physik in Erlangen, dem Endokrinologen und Stoffwechsel-Spezialisten Privatdozent Dr. Igor Harsch vom Universitätsklinikum Erlangen und Prof. John Watling vom Zentrum für forensische Wissenschaften der Universität in Perth in Australien auf den Weg gemacht, die Knochendichte mit Hilfe der Konzentration von Spurenelementen im Blutplasma zu bestimmen. In ihrer im Januar in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift ?Biological Trace Elements Research? veröffentlichten Studie kommen sie zu dem Ergebnis, dass man aus der Konzentration von Kupfer zuverlässig auf die Knochendichte schließen kann.

?Wir untersuchten das Blutplasma von 25 Frauen, bei denen Osteopenie festgestellt wurde und die an einer Fitness-Osteoporose-Präventionsstudie der Universität Erlangen-Nürnberg teilnehmen, auf Spurenelemente?, schildert Chaudhri. Dann verglich das Team die per Röntgen- oder CT-Messung erhaltenen Werte für die Knochendichte mit der Kupfer-Konzentration im Plasma. ?Es gibt eine lineare Beziehung?, erläutert Chaudhri das eindeutige Ergebnis.

Der Medizinphysiker geht nun davon aus, dass sich damit die Diagnostik ?um ein Vielfaches? vereinfachen lässt. Zunächst will das Team um Chaudhri aber diesen Zusammenhang in einer Studie mit Osteoporose-Patienten und Gesunden bestätigen.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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