Onkologie - Forschung als ethische Verpflichtung
Allein in den letzten beiden Jahren waren Ärzte der Onkologie des Klinikums neben zahlreichen anderen Veröffentlichungen siebenmal mit wissenschaftlichen Arbeiten in den wichtigsten internationalen Fachzeitschriften ?Journal of the American Medical Association?, ?Cochrane Reviews?, ?Journal of Clinical Oncology? und ?Blood?, vertreten. ?Damit stehen wir als nicht-universitäre Einrichtung im gesamten deutschsprachigen Raum mit Abstand an der Spitze?, betont Prof. Martin Wilhelm, Chefarzt der Onkologie, nicht ohne Stolz. ?Für eine Klinik, die mit 6.000 Patienten im Jahr deutlich mehr Patienten betreut als viele universitäre Krankenhäuser, ist es in meinen Augen eine ethische Verpflichtung, sich an klinischer Forschung zu beteiligen.?
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In den publizierten wissenschaftlichen Arbeiten von Chefarzt Prof. Wilhelm, Prof. Hannes Wandt, dem Leiter der Einheit für Knochenmarktransplantation im Klinikum, Oberärztin Dr. Kerstin Schäfer-Eckart, Oberärztin Dr. Karin Weigang-Köhler und Dr. Markus Horneber ging es um eine breite Palette von Fragestellungen aus der Onkologie: den Stellenwert von Veränderungen von Leukämiezellen für Prognose und Therapie, die Verbesserung der Behandlung von Lymphknotenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie den Einsatz der Blutstammzelltransplantation bei Eierstockkrebs und die Möglichkeit der Leukämietherapie bei älteren Menschen. Eine Übersichtsarbeit beschäftigte sich zudem mit der Rolle von Mistelextrakten in der Onkologie. Professor Wandt wurde im Dezember letzten Jahres die besondere Ehre zuteil, seine Studie zum rationelleren Einsatz von Thrombozyten persönlich bei der Abschlusspressekonferenz des Jahreskongresses der American Society of Hematology (ASH) in San Francisco/USA, dem international bedeutendsten Forum in der Hämatologie, vorzustellen. |
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?Die Grundlagenforschung ist weiterhin an den Universitäten angesiedelt, aber die nicht-universitäre klinische Forschung gewinnt zunehmend an Bedeutung?, erläutert Chefarzt Wilhelm. Er freut sich, dass viele Ärzte der Onkologie des Klinikums Interesse an Forschung haben und dass es gelingt, Drittmittel dafür einzuwerben z.B. bei der Deutschen Krebshilfe oder dem Wissenschaftsministerium. Zudem verfügt die Onkologie im Klinikum bereits seit fast 20 Jahren über eine große Erfahrung bei der Durchführung klinischer Studien. Mit erfolgreichen Studien hat diese Klinik schon einige Medikamente mit auf den Weg gebracht, die heute als Standardtherapie vielen Patienten helfen.
?Ich bin der festen Überzeugung, dass klinische Forschung gerade eine Aufgabe von Häusern der Maximalversorgung wie des Klinikums Nürnberg ist? sagt Wilhelm. Die damit verbundene Auseinandersetzung mit anderen Experten weltweit sei ?Garant für eine stetige Steigerung der Qualität in der Patientenbetreuung?. Durch die Beteiligung an kontrollierten und überwachten Studien erhalte die Klinik zum Beispiel Zugang zu neuesten Medikamenten und steigere zudem das Renommee der Klinik sowie des Klinikums. ?Würden sich nicht auch nicht-universitäre Einrichtungen mit großen Patientenzahlen weltweit beteiligen, wäre das eine enorme Bremse für den wissenschaftlichen Fortschritt, der gerade in der Onkologie ein rasantes Tempo hat?, betont der Chefarzt.Autorin/Autor: Bernd Siegler

