Welt-Nieren-Tag - Nierenschäden durch Bluthochdruck
Auch wer sich gesund fühlt, kann unter Umständen schon seit längerer Zeit eine chronische Erkrankung haben. Ein typisches Beispiel dafür ist der Bluthochdruck, die Hypertonie, von dem in der Altersstufe über 60 Jahren die Hälfte aller Menschen betroffen ist. Bleibt die Erkrankung unerkannt, kann sich die Situation schnell zuspitzen, weil die Hypertonie neben Diabetes eine der häufigsten Ursachen für Nierenschäden ist. Nicht von ungefähr stand der 2006 zum ersten Mal ins Leben gerufene ?Welt-Nieren-Tag? dieses Jahr unter dem Motto ?Blutdruck senken ? Nierenfunktion erhalten?.
Das Institut für Präventive Medizin (IPM), eine Einrichtung der Universität Erlangen-Nürnberg und des Klinikums Nürnberg, informierte dabei Mitte März über die allzu häufig noch unbekannten Wechselwirkungen zwischen Nierenerkrankungen und Bluthochdruck. ?Viele merken lange Zeit nichts davon, da Bluthochdruck keine Schmerzen oder stark beeinträchtigende Symptome bereitet?, erklärt Prof. Roland Veelken, stellvertretender Vorsitzender des Instituts. Daher komme der regelmäßigen Kontrolle und frühzeitigen Behandlung der Hypertonie ?eine enorme Bedeutung? zu.
Laut einer aktuellen Veröffentlichung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie sollte der Blutdruck auf einen Wert unter 125/75 gesenkt werden, wenn sich bereits erste Schäden an den Nieren zeigen. Das würde nicht nur das Herz-Kreislauf-Risiko reduzieren, sondern verzögere auch den weiteren Verlust der Nierenfunktion und könne diesen mitunter sogar stoppen.
Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, hilft eine einfache Untersuchung in der Früherkennung, die zeigt, wie gut die Nieren noch arbeiten: ?Dazu gehört in erster Linie ein Urintest auf Eiweißausscheidung?, so Veelken, ?bei einer gesunden Niere ist das Filtergewebe so dicht, dass höchstens 20 Milligramm Eiweiß pro Tag im Urin ausgeschieden werden. Liegt der Wert höher, deutet das auf einen Nierenfunktionsschaden hin.? Der Test sollte im Rahmen der zweijährlichen ?Check-up-35?-Untersuchung erfolgen und wird auch von den Krankenkassen bezahlt. Neben der regelmäßigen Früherkennung beeinflusst auch der persönliche Lebensstil die Gesundheit der Nieren: Rauchen, falsche Ernährung, Übergewicht und fehlende Bewegung zählen auch hier zu den bekannten Risikofaktoren.
Angesichts der Diskussionen um Kosten und Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen, sind Aufklärung, Früherkennung und vorbeugende Angebote heute wichtiger denn je. Das IPM entwickelt dazu im Bereich der Nieren-, Hochdruck- und Herzerkrankungen Konzepte für Patienten, Ärzte, Krankenhäuser und Kostenträger, die auf Ergebnissen eigener Forschungsarbeiten basieren. Gegründet wurde das Institut 1994 von Ärzten des Klinikums und der Universität Erlangen-Nürnberg.Autorin/Autor: Axel Bredehöft

