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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 2 >> Hautklinik - Individuelle Therapie des ?offenen Beines?

Hautklinik - Individuelle Therapie des ?offenen Beines?

?Das offene Bein ist eine echte Volkskrankheit?, bedauert Dr. Axel Mechlin, leitender Oberarzt in der Hautklinik. Der Hautarzt hat sich auf die Therapie des Ulcus cruris, wie das ?offene Bein? in der medizinischen Fachsprache heißt, spezialisiert und kennt die Krankheit in all ihren Facetten. Über eine Million Menschen in Deutschland leiden unter den nässenden, schmerzenden und nur schwer heilenden Geschwüren. Vor allem ältere Menschen und Frauen sind betroffen.

Oft kommen Patienten erst nach einer langen Leidensgeschichte in die Hautklinik im Klinikum Nord. Dabei lassen sich die gefürchteten Unterschenkelgeschwüre durch eine individuell zugeschnittene Therapie heilen oder ? bei schwierigen Verläufen ? zumindest stabilisieren. ?Bei mehr als 90 Prozent unserer Patienten erzielen wir entscheidende Erfolge?, betont Mechlin. Am Anfang der Behandlung steht immer eine sorgfältige Diagnose, damit gezielt die Ursachen bekämpft werden können. Eine Symptombehandlung allein reicht nicht.

Zu den häufigsten Ursachen des Unterschenkelgeschwürs zählen Venenschwächen, oft von Krampfadern begleitet, die periphere arterielle Verschlusskrankheit, die so genannte Schaufensterkrankheit, oder Gefäßschäden durch Diabetes mellitus. Auch chronische Gefäßentzündungen oder frühere Thrombosen, das so genannte postthrombotische Syndrom, kommen in Betracht . Alle diese Erkrankungen haben jedoch eines gemeinsam: Sie führen zu einer dauerhaften Schädigung des Gewebes. Kommen mehrere dieser Faktoren zusammen, dann haben die Unterschenkelgeschwüre leichtes Spiel.

In der Hautklinik versucht man daher, sowohl die Ursachen z.B. durch das Legen eines Gefäßbypasses zu behandeln, als auch einen Wundverschluss zu erzielen. Dabei kooperieren die Ärzte eng u.a. mit den Kollegen der Gefäßchirurgie, der Physikalischen Medizin, der Unfallchirurgie, der Plastischen Chirurgie und der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie. Für jeden Patienten wird ein individuelles Behandlungskonzept erarbeitet, das neben bewährten Therapiemaßnahmen wie der Kompressionsbehandlung oder dem Entfernen abgestorbenen Gewebes auch moderne Behandlungsformen wie die Vakuumversiegelung beinhaltet.

Bei der Wundbehandlung selbst muss man ?schon sehr genau hinschauen?, erklärt Mechlin. So können allergische Reaktionen auf Verbandsmaterial oder Medikamente die Abheilung der Wunde behindern. Zudem stellt das moderne Verbandmaterial hohe Anforderungen an den Anwender, muss es doch exakt nach den verschiedenen Wundheilungsphasen eingesetzt werden. Wichtig ist dem Oberarzt auch, Schmerz und Juckreiz zu lindern. ?Das erleichtert die Patienten unglaublich.?

Bei der Therapie des Ulcus setzt die Hautklinik verstärkt auf operative Verfahren, einen in Deutschland ?leider etwas vernachlässigten Bereich?. So können Geschwüre z.B. mit Hilfe einer Spalthauttransplantation verschlossen und zur Heilung gebracht werden. Dafür wird am Oberschenkel oberflächliches Hautgewebe entnommen und auf das Geschwür aufgebracht. Der Eingriff wird in der Regel bei örtlicher Betäubung durchgeführt und ist auch für ältere Patienten geeignet. Auch vernarbtes Gewebe, das eine Heilung behindert, kann operativ entfernt werden.

Die Behandlung in der Nürnberger Hautklinik kann stationär, teilstationär und ambulant erfolgen. Um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern, arbeitet die Klinik eng mit den niedergelassenen Ärzten und ambulanten Pflegediensten zusammen. 2008 wurden mehr als 400 Patienten mit einem Ulcus behandelt ? Tendenz steigend. Am liebsten wäre es Mechlin allerdings, das Ulcus würde gar nicht erst auftreten. Sein Tipp: ?Übergewicht abbauen, gesunde Ernährung und viel Bewegung.?

 

Hautklinik

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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