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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 2 >> Geriatrie-Preis - Das Syndrom der Gebrechlichkeit

Geriatrie-Preis - Das Syndrom der Gebrechlichkeit

Von ?Frailty?, in der Regel als Synonym für Gebrechlichkeit verwendet, ist in der Altersmedizin oft die Rede. Doch was Frailty genau ist, bleibt dabei meist im Unklaren. Fragen, wie man Frailty feststellen kann, welche Konsequenzen sie für die Therapie unterschiedlichster Krankheiten im Alter hat und wie man vorbeugen kann, fanden bislang wenig Beachtung.

Mit der systematischen Zusammenstellung von Studien und Aufsätzen zu Diagnostik, Akuttherapie und Rehabilitation von Frailty, die Oberarzt Dr. Jürgen Heppner, Bereichsleiter internistische Intensivmedizin im Klinikum Nürnberg, zusammen mit Prof. Cornel Sieber, Chefarzt der Geriatrie im Klinikum, vorlegte könnte sich das ändern. Hierfür und für seinen Schwerpunktaufsatz ?Frailty und moderne Intensivmedizin? wurde Heppner von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie in Potsdam mit dem Rolf & Hubertine Schiffbauer-Förderpreis, dotiert mit 2.500 Euro, ausgezeichnet.

Bei betagten Menschen wird der mit Frailty umschriebene Symptomkomplex häufig beobachtet. Es handelt sich dabei um einen kreisförmigen Prozess, bei dem Krankheiten wie Diabetes, Inkontinenz oder Herzinsuffizienz und altersbedingte Veränderungen wir Gewichtsverlust, Instabilität oder eingeschränkte Mobilität zur Entwicklung von Frailty beitragen und diese wiederum das Entstehen von Krankheiten begünstigt.

Training: Körperliche Aktivität und sogar Muskelaufbau ist mit den richtigen Übungen wie hier in der Geriatrischen Tagesklinik in jedem Lebensalter möglich
 

Ältere Menschen sind dann weitaus empfindlicher gegenüber Krankheiten, weil ihre physischen und psychischen Reserven vermindert sind. Dies führt oft zum Verlust der Selbstständigkeit und zu einer erhöhten Sterblichkeit. ?Es reicht dann oft ein Quäntchen wie zum Beispiel ein Sturz, um das fragile Gesamtgebäude zum Einstürzen zu bringen?, weiß Heppner aus seiner jahrelangen Erfahrung in der Geriatrie.

Für ihn als Intensivmediziner ist Frailty von besonderer Bedeutung für das Vorgehen auf der Intensivstation. ?Die Wahrscheinlichkeiten von Komplikationen ist höher, die Rekonvaleszenz ist deutlich verzögert und der Bedarf an rehabilitativen Maßnahmen steigt?, erläutert der Oberarzt. Schon allein die Beatmung werde zu einem Problem, weil der Verlust der Atemhilfsmuskulatur bei solchen Patienten rasch voranschreite.

Heppner, der die Übersichtsarbeiten in dem Schweizer Magazin ?Therapeutische Umschau? veröffentlichte, wünscht sich für die Zukunft, dass Frailty verlässlich festgestellt werden kann. Außerdem sollten genügend Angebote im Bereich Kraft- und Bewegungstraining etabliert werden, um Frailty entgegen zu wirken oder gar nicht erst entstehen zu lassen: ?Körperliche Aktivität und Rehabilitation ist in jedem Lebensalter möglich, auch bei 90-Jährigen.?   

Geriatrie     

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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