Chemotherapie - Die erste Hürde geschafft ? und nun?
Andreas M., Patient in der Onkologie im Klinikum Nord, hat seine erste Chemotherapie hinter sich und steht kurz vor der Entlassung. Er hat die Behandlung so weit gut überstanden und freut sich auf zu Hause. Für diese Zeit ist er gut gewappnet. Durch die Initiative der beiden Fachkrankenschwestern für Onkologie, Bernadette Kammerl und Corinna Haslbeck, kann er eine Informationsbroschüre mitnehmen, in der er wertvolle Tipps für die Zeit nach der Behandlung im Krankenhaus bekommt.
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?Nach Chemotherapie wieder zu Hause? ist der Titel des kleinen Bändchens, das die beiden in einer mehr als einjährigen Gemeinschaftsarbeit entwickelt haben. Es informiert über alle wichtigen Fragen, die Krebspatienten ?nach einer Chemotherapie wieder zu Hause" auf der Seele brennen. Der kleine Ratgeber zur Selbstfürsorge für Betroffene und Angehörige enthält auf knapp 20 Seiten Empfehlungen zu Themen und Situationen, die nach dem Klinikaufenthalt auftauchen können. Von ?Alternativmethoden? bis ?Zärtlichkeit und Sexualität? reicht die Themenpalette. Die Patienten ? und ihre Angehörigen ? können in Ruhe nachlesen, was sie für sich tun können und wie sie ihr Wohlbefinden, etwa durch richtige Ernährung oder Hautpflege, verbessern können. Oder sie bekommen Tipps, wie sie ihren Kindern sagen können, dass sie an einer schweren Krankheit leiden. |
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?Die Idee zu dieser Broschüre kam uns, weil Patienten nach der Entlassung aus der ersten Chemotherapie oft bei uns auf Station anrufen. Sie haben vielleicht Nebenwirkungen, wie Durchfall oder Übelkeit, sind verunsichert, was sie essen dürfen und was nicht, oder wollen wissen, ob ihr Fieber bedenklich ist?, nennt Haslbeck einige der Sorgen der Patienten und ihrer Angehörigen. Hinzu komme, dass der Zeitraum von der Diagnose bis zur ersten Chemotherapie oft sehr kurz ist ?und der Patient oder die Patientin von der Diagnose überrollt wird und noch unter Schock steht ? aber schon mit Nebenwirkungen der Therapie zu kämpfen hat?, fügt ihre Co-Autorin Kammerl hinzu.
Die geistige und seelische Verarbeitung der Krankheit sei in diesem kurzen Zeitraum gar nicht möglich. Während des Klinikaufenthaltes würden sie zudem bei der Chemotherapie betreut, aber danach tauchten plötzlich viele Fragen auf. ?Wir haben gemerkt, dass die Patienten sich daheim allein gelassen fühlen?, so Kammerl.
Um der Situation der Krebspatienten Rechnung zu tragen und sie informierend durch die Chemotherapie zu begleiten, haben Haslbeck und Kammerl den Ratgeber entwickelt. Sie haben viele Literaturrecherchen gemacht und Gespräche mit der Klinik- und Pflegedienstleitung geführt, mit Kollegen und mit Vertretern anderer Disziplinen wie Ärzten, Physiotherapeuten, Ernährungswissenschaftlern oder Psychologen ? und vor allem mit den Patienten selbst. ?Unsere Patienten waren unsere ersten Berater und haben uns viele ergänzende Hinweise gegeben?, betonen beide.
Herausgekommen ist, was sie wollten: ?kurze Infos, schneller Überblick, konkrete Hilfestellung und Tipps, für Laien gut verständliche Formulierungen?, und ? darauf legen beide Wert ? viele Adressen, Literaturhinweise und Anlaufstellen für die Patienten. Das Heft will nicht mehr sein als es ist: eine Anleitung zur Selbstfürsorge.Autorin/Autor: Justina Mehriger

