Buchtipp - Stefan Merrill Block - Wie ich mich einmal in alles verliebte
?Es stirbt die Fähigkeit, am Radio einen Sender einzustellen. Es stirbt die Fähigkeit, eine Dose Bohnen zu öffnen. Es stirbt Jamie, die Tochter, als Tochter. Es stirbt das Verständnis für Geld. Es stirbt die Arbeit auf der Farm. Es stirbt die Lesefertigkeit. Es stirbt die Fähigkeit, auf die Uhr zu sehen. Es sterben sämtliche Jahre nach 1960. Es stirbt die Rechtschreibung. Es stirbt Gary, der Postbote, als Postbote. Es stirbt der Kühlschrank als Kühlschrank. Es stirbt Mae als die eigene Ehefrau..."
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Alzheimer ist die Thematik des Erstlingsromans von Stefan Merrill Block. Im Mittelpunkt stehen dabei Abel, ein alter, buckliger Mann, der allein und verlassen auf einer heruntergekommenen Farm in Texas sitzt, und Seth, ein 16-jähriger Junge, der keine Chance bei den Mädchen hat und sich als ein Nichts fühlt. Sie kennen sich nicht und sind doch eng miteinander verwandt. Als Seths Mutter schon mit 35 Jahren an Alzheimer erkrankt, beschließt er Wissenschaftler zu werden. Er knackt die Datenbank eines Alzheimer-Spezialisten und beginnt mit der Feldforschung, die ihn schließlich zu dem alten Mann nach Texas führt. Der 26-Jährige Stefan Merrill Block wuchs in Texas auf, studierte in Missouri Biologie und lebt heute in Brooklyn. Im Original heißt sein brillantes Werk ?The Story of Forgetting?, in der deutschen Ausgabe jedoch völlig irreführend und auch belanglos ?Wie ich mich einmal in alles verliebte?. Das ist aber auch schon der einzige Makel an diesem Buch. Was Block in seinem ersten Roman aufs Papier gebracht hat, ist die aufwühlende Geschichte einer großen Liebe und ein glänzend erzählter Familienroman, darin eingebettet das Porträt einer schrecklichen Erkrankung. ?Ein hinreißender Roman, voller Wahrheit, Liebe und Lebensfreude?, schrieb die New York Times über das Buch ? völlig zurecht.
Stefan Merrill Block: Wie ich mich einmal in alles verliebte, DuMont Buchverlag, Köln 2008, 348 Seiten, 19,90 Euro |
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Autorin/Autor: Bernd Siegler

