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Umbenennung - Zehn Jahre Prof.-Ernst-Nathan-Straße

Vor zehn Jahren erhielt das Klinikum Nord eine neue Adresse: Am 30. September 1998 wurde zum 60. Jahrestag des Entzugs der Approbation für jüdische Ärzte durch die Nationalsozialisten die Flurstraße in Prof.-Ernst-Nathan-Straße umbenannt. Damit setzte die Stadt Nürnberg auf Anregung der Ärzteinitiative ?IPPNW? ? Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.? ein Zeichen und erinnert seitdem mit dem Fall Nathan stellvertretend an die Opfer einer unmenschlichen NS-Medizin.

Prof. Ernst Nathan leitete zehn Jahre lang die Hautklinik des Städtischen Krankenhauses Nürnberg. Der engagierte und umsichtige Arzt galt in seinem Fachgebiet als anerkannte Kapazität und Vorreiter der allergologischen Forschung. Ungeachtet seines menschlichen und fachlichen Renommees wurde Nathan, wie alle jüdischen Deutschen in städtischen oder staatlichen Positionen, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten aus rassistischen Gründen entlassen: Er hatte im März 1933 sofort ?seinen Urlaub anzutreten? und wurde im September ohne weitere Bezüge in den Ruhestand versetzt.

Ernst Nathan, 1889 in Darmstadt als Sohn eines Kaufmanns geboren, hatte Medizin studiert und zu Beginn der zwanziger Jahre eine Professur an der Frankfurter Universitätsklinik erhalten. 1923 übernahm er die Klinikleitung in Nürnberg.

Nach seiner Entlassung praktizierte Professor Nathan bis August 1938 als niedergelassener Facharzt, erhielt jedoch keine Kassenzulassung mehr. Im März 1939 gelang ihm mit seiner Familie die Emigration in die USA, wo er in New York eine neue Heimat fand und 1981 nach langjähriger ärztlicher Tätigkeit verstarb.           

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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