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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 1 >> Schilddrüsenzentrum - Kurze Wege, Zweitmeinung inklusive

Schilddrüsenzentrum - Kurze Wege, Zweitmeinung inklusive

Kurze Wege bei Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Schilddrüsenerkrankungen ist das erklärte Ziel des Schilddrüsenzentrums, das im Herbst 2008 im Klinikum seine Pforten öffnete. Die beiden niedergelassenen Endokrinologinnen Dr. Gertraud Kampehl und Dr. Heike Karl halten daher eine Schilddrüsensprechstunde in den Räumen ihrer Gemeinschaftspraxis in der Nürnberger Südstadt ab.
Für die weiterführende Diagnostik und Therapie stehen im Klinikum das Institut für Nuklearmedizin und die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie zur Verfügung.

Karl sieht in diesem neuen Modell Vorteile für die Patienten. Meistens könne noch für den gleichen Tag ein Termin für die Szintigraphie im Institut für Nuklearmedizin oder für die Voruntersuchung bei den auf Eingriffe an der Schilddrüse spezialisierten Chirurgen der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie ausgemacht werden. Der Patient spart sich also viele Wege von einem Experten zum anderen, und obendrein erhält er auch noch eine Zweitmeinung. ?Und auch wir Ärzte können uns untereinander besser abstimmen?, meint Karl.

Schilddrüsenerkrankungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland, allerdings tritt vor allem die gutartige Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) dank einer besseren Jodversorgung inzwischen deutlich seltener auf. Viele der Erkrankungen bedürfen keiner aufwändigen Diagnostik oder Behandlung, doch bei einigen Erkrankungen ist Handeln angesagt. ?Wenn eine vergrößerte Schilddrüse zu Atemproblemen führt, spätestens dann müssen wir operieren?, erklärt. Dr. Ulrich Linnemann, Chirurg und Schilddrüsenspezialist der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie.

 

Funktionsstörungen der Schilddrüse spielen bei einer Vielzahl von Beschwerden eine oft entscheidende Rolle, z.B. bei Herzrhythmusstörungen, Zyklusstörungen oder unerfülltem Kinderwunsch. Eine Schilddrüsenüberfunktion, die durch so genannte heiße Knoten oder durch eine Autoimmunstörung verursacht wird, führt zu einer Vielzahl körperlicher Beschwerden und muss ebenfalls unbedingt behandelt werden. Eine Radioiodtherapie ist neben der medikamentösen Therapie eine mögliche Behandlungsform. Auch kalte Knoten können gefährlich sein. Rund zehn Prozent von ihnen sind bösartig, eine OP ist dann unausweichlich.          

Anmeldung: Telefon 0911 398 -7660,
weitere Informationen im Internet unter www.schilddruesenzentrum-franken.de.

Heiße und kalte Knoten

In der Schilddrüse können sich auffällige Gewebebezirke bilden, die als Knoten bezeichnet werden. Mittels eines Szintigramms mit gering radioaktivem Technetium finden die Nuklearmediziner heraus, ob es sich um heiße oder kalte Knoten handelt. Bei heißen Knoten produziert die Schilddrüse zu viel Schilddrüsenhormone, es kommt also zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Symptome sind u.a. beschleunigter Herzschlag, Gewichtsverlust, Nervosität und Zittern. Eine Überfunktion kann medikamentös auf Normalfunktion eingestellt oder mittels der Radiojodtherapie ursächlich behandelt werden.

Im Bereich der kalten Knoten produziert die Schilddrüse keine Schilddrüsenhormone, was in der Regel jedoch durch das gesunde Schilddrüsengewebe ausgeglichen wird. Eine eventuell auftretende Unterfunktion wird medikamentös durch Schilddrüsenhormongaben behandelt. Allerdings bedürfen die kalten Knoten einer sorgfältigen Diagnostik und Überwachung, da auch ein Schilddrüsentumor vorliegen kann.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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