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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 1 >> Plastische Chirurgie - Verkleinerung der Brust

Plastische Chirurgie - Verkleinerung der Brust

Ein großer Busen gilt vielfach als sexy, die Vergrößerung der weiblichen Brust ist in den Boulevardmedien ein beliebtes Thema ? nicht selten auflagensteigernd mit entsprechenden Fotos bebildert. Doch die Realität ist eine andere. Viele Frauen leiden unter einer zu großen Brust, unter Makromastie. Neben Rückenschmerzen und anderen orthopädischen Beeinträchtigungen wie Haltungsschäden und Verspannungen sowie Kopfschmerzen führen Brüste, die im Verhältnis zu Körpergröße und Körperbau einer Frau sehr groß sind, zu starken seelischen Belastungen. Dies kann bis zum völligen sozialen Rückzug führen. Aus diesen Gründen ziehen viele Frauen eine Brustverkleinerung in Erwägung.

?Die Brustverkleinerung ist einer der meistdurchgeführten plastisch-chirurgischen Eingriffe?, betont Privatdozent Dr. Bert Reichert, Chefarzt der Plastischen Chirurgie im Klinikum. Immer mehr Frauen kommen in die Klinik, die aufgrund genetischer Veranlagung oder hormoneller Störungen an einem sehr großen Busen leiden. Dabei gehe es, so Reichert, ?nicht um reine Schönheitschirurgie, sondern um starke physische und psychische Beeinträchtigungen, aber das Ergebnis soll natürlich ansprechend sein.?

?Um bei einer Brustverkleinerung ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist viel Erfahrung gefragt?, erläutert Reichert. Schließlich gehe es neben der letztendlichen Form der Brust auch darum, Narben zu minimieren und vor allem die Brustwarze und das Drüsengewebe zu erhalten. Der Eingriff selbst dauert drei bis fünf Stunden, der Krankenhausaufenthalt rund fünf Tage.

?Bei der Kostenübernahme verhalten sich die Krankenkassen in letzter Zeit sehr zurückhaltend?, beobachtet Reichert. Zuletzt hatte das Hessische Landessozialgericht Ende November geurteilt, dass große Brüste keine Krankheit wären und daher die Kassen die Kosten für eine Verkleinerung nicht übernehmen müssten. Grundlage für die Einzelentscheidung der Kasse ist jedoch nach wie vor die Größe der Brust. Doch wie will man die exakt bestimmen?

In einer entsprechenden Studie will Reichert nun eine zuverlässige Methode entwickeln, die es erlaubt, das Volumen einer Brust exakt zu bestimmen, ohne für die Frau entwürdigend zu sein. Bisher üblich ist das Verfahren, dass sich die Patientin auf eine Personenwaage stellt, der Gutachter mit den Händen die Brust in einen gefühlten Schwebezustand bringt und die Gewichtsdifferenz bestimmt. ?Ungenau und extrem demütigend?, meint Reichert. Auch das zweite, oft praktizierte Verfahren hält der Chefarzt für nicht angemessen. Dabei muss die Patientin ihre Brust in ein randvoll mit Wasser gefülltes Gefäß einbringen. Aus der Menge des verdrängten Wassers wird dann auf das Brustvolumen geschlossen.

Reichert will nun an der Universität Regensburg, wo er als Privatdozent tätig ist, eine Methode testen, mit der das Brustvolumen mathematisch geometrisch exakt ermittelt wird. ?Das ist ein völlig neues Terrain, aber es wird höchste Zeit?, meint er.

Plastische Chirurgie

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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