Navigation überspringen|
Drucken
Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 1 >> KlinikumKinderakademie - Wunderwerk Gehirn in voller Aktion

KlinikumKinderakademie - Wunderwerk Gehirn in voller Aktion

Wie viel wiegt das Gehirn des Menschen? Welches Tier hat das größte Gehirn? Und ist das Tier mit dem größten Gehirn dann auch das intelligenteste? Antworten auf diese verzwickten Fragen hatte die Kinderchirurgin Stephanie Simon parat. Die Schätzungen der Kinder lagen mal mehr, mal weniger ? aber immer daneben. Durchschnittlich wiegt das Gehirn des Menschen 1.245 (Frauen) und 1.375 (Männer) Gramm, ein ausgewachsener Elefant bringt es dagegen auf über fünf Kilogramm. Ist der Elefant nun intelligenter? ?Nein!?, da waren sich alle 90 Mädchen und Jungen, die am 13. Kinderakademie-Tag kli-ki am 4. und 5. November im Klinikum Süd teilnahmen, einig.

Dieses Mal mussten die Kinder nicht nur jede Menge Grips mitbringen, es drehte sich auch alles um das Gehirn und seine ungeheure Leistungsfähigkeit. Von den Furchen und Windungen, die ausgeklappt eine Fläche von zweieinhalb Quadratmetern einnehmen, von 14 bis 15 Milliarden Nervenzellen und 100 Billionen Synapsen im Gehirn berichtete Dr. Karl Bodenschatz, leitender Kinderchirurg des Zentrums für Neugeborene, Kinder und Jugendliche, in der Anfangsvorlesung. Das Gehirn macht jede Bewegung, jeden Gedanken und jedes Gefühl erst möglich.

Die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns wird dabei von keinem Computer übertroffen, und ? anders als Computer ? läuft es dabei nicht einmal Gefahr, zu überhitzen. Beim Hören nehmen wir in der Sekunde eine Million Bit auf, beim Sehen werden 50 Milliarden Bit wahrgenommen. Aber das ist ja noch nicht alles: Die Seh- und Höreindrücke werden sofort verarbeitet, mit unserer Erinnerung abgeglichen und in Handlung sowie Gefühl umgesetzt. Da würde jeder Computer kapitulieren. Und dann kann der Mensch daraus noch neue Ideen und Lösungsansätze entwickeln. Nicht umsonst lief die Veranstaltung daher unter dem Motto: ?Wunderwerk Gehirn?.

Spannend: Beim EEG werden die Gehirnströme in geheimnisvolle Zacken und Linien umgesetzt
 

Nach der Vorlesung ging es in vier Kleingruppen zu den Mitmachaktionen. Der Kinderkardiologe Dr. Achim Lunkenheimer erklärte, wie ein EEG des Gehirns funktioniert und was der Arzt aus den geheimnisvollen Zacken und Linien auf dem Bildschirm ablesen kann. Die Kinderchirurgen zeigten an einem echten Kalbshirn das organische Innenleben des Gehirns. Bei dieser Station waren Handschuhe, Haube und Mundschutz für die Kinder Pflicht.

Um Sinneswahrnehmung und Sinnestäuschung ging es bei den anderen Stationen. Zum ersten Mal bei der Klinikum-Kinderakademie waren die Augen- und die Hals-Nasen-Ohren Klinik mit dabei. So führte Dr. Hasan Özdin in die Welt des Sehens ein. Er zeigte, was sich hinter Kurz- und Weitsichtigkeit verbirgt und was man gegen das Schielen unternehmen kann. Dr. Martin Krasa von der HNO-Klinik erläuterte die Welt des Hörens, was alles nicht in Ordnung ist, wenn es mit dem Hören nicht mehr richtig klappen will, und was man dagegen tun kann. Dies reicht vom künstlichen Amboss über den Einsatz von Hörgeräten bis zum Wunderwerk für Taube, dem Cochlea Implantat.

Dass man den Sinneswahrnehmungen nicht immer trauen kann, dies zeigten Alexandra Lang, Markus Elsholz und Birgit Stenzel vom Nürnberger ?Turm der Sinne? zum Beispiel mit Hilfe einer verschiebbaren Wand mit senkrechten Längsstreifen. Auf einem Bein stehend verliert man schnell das Gleichgewicht, wenn die Wand zur Seite bewegt wird.         

 

Der nächste kli-ki-Tag findet in den Osterferien statt. Anmeldungen sind ab dem 15. Januar möglich, Anmeldeformulare gibt es im Internet unter www.kli-ki.de.

 

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen