Neues Herzkreislaufzentrum - Planungen laufen bereits auf Hochtouren
Die steigenden Patientenzahlen in den Fachdisziplinen Kardiologie, Gefäßchirurgie und Herzchirurgie im Klinikum Süd bleiben nicht folgenlos. Ein neues Herzkreislaufzentrum ist geplant, das ab Ende 2010 allen Patienten mit Herzkreislauferkrankungen eine zentrale Anlaufstelle bieten wird. Ziel des neuen Zentrums ist es, die gesamte Diagnostik und Therapie der drei beteiligten Fachdisziplinen auf das Engste miteinander zu vernetzen.
Dafür sollen alle Fäden der vorstationären Diagnostik und Therapieplanung sowie der Behandlung in einem eigenen Gebäude zusammenlaufen. Die stationäre Behandlung der Patienten dagegen wird weiterhin in den Fachkliniken im Hauptgebäude des Klinikums Süd erfolgen. Beide Gebäude werden mit einem Gang direkt miteinander verbunden sein.
Die Planungen für den Neubau, der neben dem Haupteingang entstehen wird, laufen auf Hochtouren. In dem zweistöckigen Gebäude werden Empfang und Wartebereich sowie die gesamte vorstationäre Diagnostik unter einem Dach vereint sein. Im oberen Stockwerk werden drei neue Operationssäle eingerichtet, für die im Hauptgebäude kein Platz ist. Dazu gehört ein OP mit integriertem Angiograph für schwierige Herz- und Gefäßeingriffe, der viel Platz beansprucht. ?Dafür müssten wir im Hauptgebäude zwei OP-Säle zusammenlegen, bei steigenden Patientenzahlen wäre das ein Unding?, erklärt Karlheinz Moßner, der das Bauprojekt als Leiter der Abteilung Bau und Technik zielstrebig vorantreibt.
Auch der magnetgesteuerte Angiograph, der ab 2010 die Therapie des Vorhofflimmerns erheblich verbessern wird, stellt besondere bauliche Ansprüche. In einem Radius von 300 Metern darf kein Magnetresonanztomograf betrieben werden, da das ständige Magnetfeld die Untersuchung an diesem Gerät beeinflussen würde. Doch der Aufwand lohnt sich, lassen sich die gestörten Herzzellen mit Hilfe der Magneten leichter lokalisieren und damit zielgerichtet und präzise entfernen.
Vor allem die Patienten werden von der Zusammenlegung der vorstationären Diagnostik in einem zentralen Gebäude profitieren. ?Wir wollen die gesamte Diagnostik beschleunigen und möglichst an einem Tag abschließen?, erläutert Dr. Thomas Grüneberg, der das Projekt im Auftrag des Vorstands inhaltlich vorbereitet. Lediglich bei schwerkranken Patienten, die viele Untersuchungen benötigen, wird eventuell mit einer längeren Untersuchungszeit zu rechnen sein. Abschließend wird der Therapieplan entwickelt und das weitere Vorgehen abgestimmt. Sollte eine stationäre Behandlung erforderlich sein, wird umgehend ein Termin mit der Klinik und Station vereinbart.
Die Bauarbeiten für das neue Herzkreislaufzentrum sollen bereits im Sommer 2009 beginnen, die Inbetriebnahme ist für Ende 2010 geplant. Die Gesamtkosten für Bau und Medizintechnik belaufen sich nach heutigem Stand auf insgesamt 16 Millionen Euro.
Die Pläne zum Bau stammen vom Architekturbüro Haid und Partner, das bereits am Bau des Klinikums Süd und der Kinderkrippe beteiligt war. Die Patienten erwartet ein lichter Empfangs- und Wartebereich mit hochwertiger Ausstattung, der Kassen- und Privatpatienten gleichermaßen zufrieden stellen wird. Auch für die Parkplätze wird gesorgt. Unter dem Gebäude wird es eine Tiefgarage geben.Autorin/Autor: Doris Strahler

