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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2009 >> Ausgabe 1 >> Brustkrebs - ?Das (Arbeits-)Leben hat mich wieder?

Brustkrebs - ?Das (Arbeits-)Leben hat mich wieder?

Ein schweres Jahr liegt hinter Sonja Künzel. Ein Jahr, das ihren Blick auf das Leben verändert hat. Sie war 46 Jahre alt, als die Krankenschwester an einem Nachmittag im September 2007 erfuhr, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist ? ein Schicksal, das sie mit jeder zehnten Frau teilt. ?Es war ein Albtraum, ein Schock?, erinnert sie sich. ?ich war voller Angst vor dem, was kommen würde.?

Obwohl sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung ging, stellte Sonja Künzel selbst eine Veränderung in ihrer Brust fest. Sie wendete sich an das Brustzentrum im Klinikum Nord. Zuerst wurde eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen, danach erfolgte sofort eine Biopsie. Drei Tage voller Ungewissheit vergingen, bis das Ergebnis der Gewebeentnahme vorlag. Es war ein Zufall, dass in dieser Zeit der ?Tag der offenen Tür? im Brustzentrum stattfand. ?Dort sprach ich mit Frauen, die ihren Brustkrebs überlebt hatten. Das gab mir große Hoffnung?, erzählt Künzel.

Dennoch zog ihr die Diagnose zunächst den Boden unter den Füßen weg. ?Ich hatte Panik, dass mir sofort die Brust entfernt wird?, kommentiert sie ihre erste Reaktion. Dr. Thorsten Koch, Leitender Oberarzt im Brustzentrum, der sie damals betreute, erklärte ihr, dass man zunächst alle anderen medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen würde. ?Seine Ruhe und Zuversicht gaben auch mir Mut.? Der Gynäkologe beratschlagte in einem onkologischen Arbeitskreis mit Ärzten aus Pathologie, Strahlentherapie und Onkologie die für die Patientin richtige Therapie. Alle medizinischen Disziplinen, die an der Behandlung beteiligt sind, insgesamt sind es zehn, sitzen dort an einem Tisch, um möglichst alle Aspekte der Krankheit zu berücksichtigen.

Ein Leben mit Brustkrebs: Sonja Künzel fühlte sich im Brustzentrum im Klinikum Nord unter der Leitung von Prof. Cosima Bruckner, Chefärztin der Frauenheilkunde medizinisch und menschlich gut aufgehoben
 

?Zunächst sollte der Tumor durch eine Chemotherapie verkleinert und dadurch operabel gemacht werden?, erklärt Sonja Künzel. Sie bekam insgesamt sechs ambulante Chemotherapien. Immer wurde sie dabei von einer Freundin begleitet, die ihr die Zeit verkürzte, während sie die Infusion erhielt.

Nach der ersten Operation, gefolgt von Bestrahlungen, wurde eine weitere nötig. Jedesmal wurde das befallene Gewebe möglichst brustschonend entfernt. Nach dem dritten Eingriff riet ihr die Strahlentherapeutin dann zum letzten Mittel, zur Entfernung der Brust. Der komplizierte Tumor konnte nicht vollständig operiert werden. Auch vor und nach dieser letzten Operation hat Künzel von den Ärzten und Pflegern in der Anästhesie viel Zuwendung und Unterstützung erfahren. ?Ohne den menschlichen Zuspruch wäre es viel schwerer gewesen?, lobt die Patientin die Anästhesie, ?eine Abteilung, die man oft vergisst.?

Ein Jahr war Sonja Künzel insgesamt in Behandlung. Während der ganzen Zeit hat sie sich ?nie allein gelassen gefühlt? und erfahren, wie wichtig neben der medizinischen Versorgung eine gute menschliche Atmosphäre für Kranke ist. Sie wunderte sich manchmal, wie viel Verständnis und Mitgefühl Ärzte und Pflegepersonal, die tagaus tagein mit Krebspatienten zu tun haben, für den Einzelnen aufbringen. ?Das fing bei den Damen im Empfang des Brustzentrums an und ging bis zu den Krankenschwestern in der Onkologie, wo ich meine Chemotherapie bekam.? Sie erzählt, dass sie auch jederzeit bei den Ärzten anrufen konnte, wenn ihr nach einem Gespräch noch etwas unklar war: ?Man hat sich immer für mich Zeit genommen.?

Heute hat Sonja Künzel alles gut überstanden und gilt als geheilt, wenn in den nächsten fünf Jahren alles in Ordnung ist. Im Rahmen der Nachsorge wird sie zwei Jahre engmaschig überwacht. Sie wird weiterhin im Brustzentrum die Kontrolle vornehmen lassen. ?Dort fühle ich mich aufgehoben, und alle wissen über mich Bescheid.?

Die junge Frau schaut heute voll Optimismus in die Zukunft und scheut auch nicht den nachdenklichen Blick zurück in eine dunkle Zeit ihres Lebens ? dankbar für die Hilfe und Anteilnahme, die sie von vielen Seiten erfahren hat. Seit einigen Wochen arbeitet sie wieder. ?Meine Schonfrist ist nun vorbei?, lacht sie erleichtert.

Autorin/Autor: Justina Mehringer

 
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