Navigation überspringen|
Drucken
Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2008 >> Ausgabe 4 >> Mitarbeiterumfrage zum Thema: - Großdemonstration in Berlin ? und jetzt?

Mitarbeiterumfrage zum Thema: - Großdemonstration in Berlin ? und jetzt?

135.000 Mitarbeiter von Krankenhäusern, darunter 400 Mitarbeiter des Klinikums Nürnberg, gingen in Berlin auf die Straße, um vor dem Brandenburger Tor gegen die unzureichende Finanzierung der Kliniken zu demonstrieren. Ein bunter und lautstarker Protest, die größte gesundheitspolitische Demonstration in Deutschland bisher. Hat sich der Einsatz gelohnt? Was denken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums?

 

Walter Spruck (44), stellvertretender Stationsleiter der C.U1.4 (Kinderklinik) im KNS, seit 13 Jahren im Klinikum:

Ich wollte unbedingt nach Berlin fahren, lag dann aber mit Fieber im Bett. Ich habe die Geschichte dann im Radio verfolgt und mich gefreut, dass es so viele waren. Ernüchtert hat mich dann die Kommentierung abends im Fernsehen: Hier die raffgierigen Kliniken, die nicht einmal mit den 3,2 Milliarden Euro zufrieden sind, und dort die Bürger, die die Zeche zahlen müssen.

 

Sabine Strahler (45), Diplom-Sozialpädagogin in der Pneumologie im KNN, seit elf Jahren im Klinikum:

Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Kolleginnen und Kollegen auf den Weg machen würden. Ich denke schon, dass das ein deutliches Zeichen war. Das rüttelt die Menschen wach, daran kann auch die Politik nicht so einfach vorbeigehen. Macht sie es doch, dann müssen wir halt noch einmal demonstrieren, vielleicht wieder in Berlin. Dann fahre ich auf jeden Fall mit.

 

Inga Bienmüller (32), Ergotherapeutin in der Physikalischen Medizin im KNS, seit einem halben Jahr im Klinikum:

Ich habe mir schon gedacht, dass die Demonstration so groß wird. Es war doch auch einmal Zeit, dass man sich äußert, was einem nicht gefällt. Aber angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Situation glaube ich eher nicht, dass sich bei der Finanzierung der Krankenhäuser grundlegend etwas ändern wird. Angesichts der Finanzkrise und der absehbaren wirtschaftlichen Talfahrt wird Anderes Priorität haben.

 

Karina Reim-Frisch (43), Mitarbeiterin im Zentralen Patientenmanagement der Hals-Nasen-Ohrenklinik im KNN, seit 25 Jahren im Klinikum:

Ich war in Berlin dabei und war begeistert. Es war meine erste größere Demonstration und dann gleich so groß, toll. Das bringt eine neue Dynamik in die ganze Sache, zumal Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einem Strang gezogen haben. Natürlich wird jetzt alles überschattet von der Finanzkrise und deren Auswirkungen. Aber wenn sich nichts tun sollte, dann müssen wir halt noch einmal nach Berlin.

 

Dr. Christina Kraß (34), Fachärztin für Innere Medizin und Stationsärztin der Nephrologie-Station B.EG.5 im KNS, seit sieben Jahren im Klinikum:

Bei uns war es personell so eng, sonst wäre ich auf jeden Fall nach Berlin gefahren. Mir war klar, dass es eine riesige Demonstration werden würde, schließlich brennt das Thema auf den Nägeln. Die Krankenhäuser wurden doch in den letzten Jahren wie eine Zitrone ausgepresst. Es ist gelungen, die Öffentlichkeit auf dieses Thema aufmerksam zu machen und dass wir mit unserem Anliegen ernst genommen werden.

 

Dr. Peter Anhut (35), Internist in der Onkologie im KNN, seit vier Jahren im Klinikum:

135.000, das war eine nicht ganz erwartete Zahl, die zeigt, dass das Anliegen von vielen Mitarbeitern getragen wird. Natürlich bleibt es abzuwarten, ob diese Demonstration etwas gebracht hat. Die Öffentlichkeit ist jetzt informiert, wie sich das aber im politischen Prozess umsetzt, ist die Frage. Meiner Meinung nach sind jetzt konkrete Verhandlungen mit dem Gesundheitsministerium mit dem Ziel einer ausreichenden Finanzierung der Krankenhäuser erforderlich.

 

Angelika Korzendörfer (43), Sekretariat der Kinderchirurgie im KNS, seit 21 Jahren im Klinikum:

Ich war nicht in Berlin dabei, ich musste hier die Stellung halten. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so viele werden. Ich fand die Demonstration wichtig, damit die Leute endlich einmal wach gerüttelt werden. Ob sich dadurch etwas ändert? Na ja, früher oder später muss sich etwas ändern. Es muss etwas geschehen, denn die finanzielle Situation der großen Krankenhäuser wird ja immer schlimmer.

 

Alexander Becker (48), Masseur und medizinischer Bademeister in der Physikalischen Medizin im KNN, seit 13 Jahren im Klinikum:

Ich war in Urlaub und daher nicht in Berlin. Es war toll, dass so viele Menschen zusammengekommen sind. Damit haben die Mitarbeiter der Krankenhäuser der Bundesregierung gezeigt, dass sich dringend etwas ändern muss und dass sie dafür auch kämpfen. Ich hoffe und glaube, dass sich dadurch etwas ändert, schließlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Wenn wir aber weiter zusammenhalten, dann können wir schon etwas erreichen.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen