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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2008 >> Ausgabe 4 >> Teure Notfallversorgung - Nacht für Nacht 27.100 Euro

Teure Notfallversorgung - Nacht für Nacht 27.100 Euro

Lebensrettende Therapie kennt keine zeitlichen Grenzen. 80.000 Notfallpatienten aus der ganzen Region Mittelfranken kommen Jahr für Jahr ins Klinikum Nürnberg, 22.000 von ihnen nachts zwischen 22 Uhr und sechs Uhr. Auch zu dieser Tageszeit finden die Patienten das komplette Angebot an Diagnostik und Therapie vor. Doch für diese Leistung wird das Klinikum nur unzureichend bezahlt.

?Das Klinikum wirkt wie ein Magnet auf einweisende Ärzte und Rettungsdienste, aber auch auf Menschen, die nachts ihre Beschwerden nicht mehr aushalten?, erklärt Dr. Dr. Günter Niklewski, Leiter des Bereichs Medizin im Klinikum. Allen, die kommen, ist eines gemeinsam: Sie wissen, dass den Patienten hier zu jeder Tageszeit schnell und kompetent geholfen wird. Nicht umsonst ist die Notaufnahme des Klinikums mit ihren beiden Standorten im Norden und Süden mit 24.000 internistischen und 56.000 ?chirurgischen? Notfallpatienten im Jahr Deutschlands größte Notaufnahme.

Doch diese Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger in Nürnberg und der ganzen Region hat ihren Preis. Die Gesamtkosten des Nachtbetriebs belaufen sich im Klinikum Nürnberg auf 29,68 Millionen Euro im Jahr. Davon entfällt rund ein Drittel der Kosten, nämlich 9,9 Millionen Euro, jährlich allein auf die Notfallversorgung. Nacht für Nacht sind das stolze 27.100 Euro. Doch diese Kosten bekommt das Klinikum Nürnberg über das Vergütungssystem nach Fallpauschalen nicht erstattet.

?Die Fallpauschalen machen keinen Unterschied zwischen einem Patienten, der nachts um zwei Uhr als Notfallpatient zu uns kommt und einem, der um 10 Uhr zu seiner angemeldeten Operation erscheint?, erläutert Niklewski. Aber für die großen Krankenhäuser mit ihrer aufwändigen Notfallmedizin macht es einen Unterschied. Im Klinikum stehen Nacht für Nacht 27 Ärzte, 137 Pflegekräfte und vier Hebammen bereit, darunter auch Experten wie Neurologen, Radiologen oder Neurochirurgen. Zuschläge für diese teuren Vorhaltekosten sieht das System zur Krankenhausfinanzierung nicht vor. Nur Kliniken, die nicht an der Notfallversorgung teilnehmen, werden mit einem Abschlag von 50 Euro je stationärem Patient belegt. Unter dem Strich wird das Klinikum damit finanziell genauso behandelt, wie ein Krankenhaus das nachts nur einen Arzt vorhält.

Das Klinikum Nürnberg bleibt also auf einen großen Teil seiner Kosten einfach sitzen. ?Hier sind die großen Krankenhäuser der Maximalversorger finanziell enorm benachteiligt?, betont Niklewski. Er fordert von der Politik, dass die Notfallversorgung nach der Zahl der nachts tatsächlich anwesenden Ärzte und der Anzahl der vertretenen Fachgebiete gestaffelt honoriert wird. ?         

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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