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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2008 >> Ausgabe 4 >> Neuer Chefarzt der Allgemeinchirurgie - Vorfahrt für minimal-invasiv

Neuer Chefarzt der Allgemeinchirurgie - Vorfahrt für minimal-invasiv

Benötigte man früher für die Operation eines Dickdarmkrebses einen großen Bauchschnitt vom Brust- bis zum Schambein und einen zehn- bis 14-tägigen Krankenhausaufenthalt, genügen heute insgesamt nur vier kleine Schnitte. Der größte davon dient der Entfernung des Tumorgewebes und misst nur drei Zentimeter. Durch die anderen kleinen Schnitte werden Operationsinstrumente und eine Videokamera eingeführt. Der Patient kann kurz nach der Operation bereits wieder aufstehen, essen und trinken. Die Wundheilung verläuft in der Regel unkompliziert. Infektionen oder Narbenbrüche gehören weitgehend der Vergangenheit an. Nach fünf bis sechs Tagen im Krankenhaus kann der Patient wieder nach Hause gehen. Ein Erfolg der minimal-invasiven Operationstechnologie.

Als neuer Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie im Klinikum Nürnberg setzt Prof. Dr. Hubert J. Stein auf kleine Schnitte und Hochtechnologie im OP. Mit modernsten gewebeschonenden Operationsverfahren will er von Tumoren angegriffene Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen, Speiseröhre, Lunge, Schilddrüse oder Dickdarm behandeln und deren Funktion soweit wie möglich erhalten.

Die Allgemeinchirurgie im Klinikum Nürnberg ist eine der größten chirurgischen Kliniken in Deutschland. Dr. Dr. Günter Niklewski, Leiter des Bereichs Medizin im Klinikum, freut sich, dass es gelungen sei, die Chefarztposition ?dieser Kernklinik des Klinikums wunschgemäß zu besetzen?.

Stein hat sich vor allem in der Chirurgie der Speiseröhre und des Magens international einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Als Chefarzt in Nürnberg will der 47-Jährige nun erreichen, dass in wenigen Jahren 40 bis 50 Prozent der Eingriffe in der Allgemeinchirurgie minimal-invasiv ablaufen. Hierzu werden derzeit drei OP-Säle mit modernster Technologie aufgerüstet. ?Für die Patienten?, so Stein, ?bedeutet das weniger Schmerzen, eine schnellere Genesung, geringere Wundkomplikationen und damit einen kürzeren Krankenhausaufenthalt.?

Innovativ: Als neuer Chefarzt der Allgemeinchirurgie setzt Prof. Hubert Stein auf Hochtechnologie und kleine Schnitte
 

Neben der Ausweitung der minimal-invasiven Eingriffe auch auf bösartige Tumore setzt der neue Chefarzt auf modernste Lasertechnologie. Als Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg war Stein an der Entwicklung eines speziellen Hochleistungslasers (?Eraser?) für den Einsatz in der Chirurgie beteiligt und hat diesen weltweit erstmalig bei Operationen an der Leber eingesetzt . Dieser ?Eraser? ermöglicht ein präzises Schneiden in gut durchbluteten Organen, da er sofort die durchtrennten Gefäße verschweißt.

?Damit können wir blutleer auch an stark durchbluteten Organen wie zum Beispiel der Leber oder Lunge operieren und dabei gezielt bösartige Herde entfernen?, betont Stein. Wo früher ganze oder große Teil der Organe entfernt werden mussten, könnten diese damit größtenteils erhalten werden. Da dieser Laser pro Eingriff bis zu 2.000 Euro an Verbrauchsmaterial spare, amortisierten sich auch die Anschaffungskosten von rund 100.000 Euro sehr schnell.

Einen weiteren Schwerpunkt seiner Tätigkeit setzt der neue Chefarzt auf die Vernetzung der Fachdisziplinen hin zu effektiven Zentren. Neben dem bereits bestehenden und sehr erfolgreichen Darmkrebszentrum entsteht als nächstes im Klinikum ein Schilddrüsenzentrum und ein Lungentumorzentrum. Der Patient profitiert dabei von der Kompetenz der unterschiedlichsten Fachdisziplinen, erspart sich Wege und Doppeluntersuchungen und erhält eine individuell zugeschnittene Therapie.

Stein wird auch weiterhin Mitglied der Salzburger Medizinfakultät bleiben. ?Damit sind wir in der Klinik in Nürnberg?, so der neue Chefarzt, ?immer am Puls der Zeit in der Wissenschaft und haben Zugang zu den neuesten Hochtechnologien.?

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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