Hautklinik - Hautkrebs ? Herausforderung der Zukunft
Es ist das Offensichtliche, was Prof. Dr. Erwin Schultz an der Dermatologie, der Kunde von den Krankheiten der Haut und ihrer Heilung, so sehr fasziniert. ?Wir sehen oft schon mit dem bloßen Auge, woran unser Patient leidet?, schmunzelt der 40-Jährige. Andere Disziplinen dagegen müssten oft erst die Ergebnisse aufwändiger Diagnoseverfahren abwarten, da sie ja nicht ins Innere des Menschen blicken könnten. Die Krankheiten der Haut dagegen zeigen sich meist ganz offen dem erfahrenen Blick des Dermatologen.
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Seit dem 1. September ist Schultz neuer Chefarzt der Hautklinik des Klinikums. Hier werden jährlich rund 2.400 stationäre, 850 tagesstationäre und ca. 12.000 ambulante Patienten behandelt. Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen der weiße und schwarze Hautkrebs, Neurodermitis und andere Ekzemformen, Schuppenflechte, das diabetische Fußsyndrom, offene Geschwüre an den Beinen sowie Infektionskrankheiten der Haut. Die größte Herausforderung der Zukunft sieht Schultz in der Therapie des Hautkrebses. Mit 100.000 Neuerkrankungen im Jahr ist er der häufigste Tumor weltweit ? mit steigender Tendenz. Während der weiße Hautkrebs in der Regel heilbar ist, zählt der schwarze Hautkrebs, das Melanom, zu den aggressivsten Tumoren überhaupt. In Deutschland kommt es jährlich zu etwa 15.000 Neuerkrankungen, mehr als 2.000 Patienten sterben Jahr für Jahr an seinen Folgen. ?Die Häufigkeit des Melanoms hat sich seit den 70er Jahren verfünffacht und wird voraussichtlich noch weiter zunehmen?, so Schultz. Der Früherkennung und Therapie des Tumors kommt also eine große Bedeutung zu. Deshalb plant Schultz die Kompetenzen des Klinikums im Kampf gegen das Melanom und andere Hautkrebsformen in einem zertifizierten Hauttumorzentrum zu bündeln. |
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Daneben will er die Therapie chronischer Wunden und Geschwüre, wie sie z.B. bei Gefäßerkrankungen wie dem ?offenen Bein? oder dem ?diabetischen Fußsyndrom? auftreten, weiter intensivieren. ?Millionen von Menschen leiden äußerst schmerzhaft daran, dabei können wir ihnen heute viel besser helfen als noch vor einigen Jahren?, betont der neue Chefarzt. Doch noch immer würden nicht alle Betroffenen konsequent nach den Erkenntnissen modernen Wundmanagements behandelt. Auch die Möglichkeit zur Hauttransplantation würde nicht immer genutzt. Dabei könnten die Krankenkassen durch eine bessere und lückenlose Betreuung dieser Patienten rund eine Milliarde Euro im Jahr sparen.
Auch die moderne Behandlung von Schuppenflechte und Neurodermitis will Schultz weiter vorantreiben. Hier gebe es erfolgversprechende Behandlungsansätze, bei denen neu entwickelte Medikamente, sogenannte Biologics, zum Einsatz kommen. Zudem soll der Schwerpunkt Allergologie in Kooperation mit anderen Fachkliniken wie der Pneumologie und der Hals-Nasen-Ohren-Klinik weiter ausgebaut werden.
Schultz studierte in Würzburg Medizin. Danach arbeitete er bis 2005 in der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen, unterbrochen von einem zweijährigen Forschungsaufenthalt im Ludwig Institute for Cancer Research in Brüssel. 2005 folgte er einem Ruf der Philipps Universität nach Marburg auf eine Professur für Dermatologie, wo er neben der Forschung und Lehre zugleich leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Dermatologie und Allergologie war. Schultz ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder, die fünf und drei Jahre alt sind.Autorin/Autor: Doris Strahler

