Brustkrebs - Früherkennung Gentest und Selbstuntersuchung
Werden Frauen, die an Brustkrebs erkranken, immer jünger? Diesen Eindruck kann man jedenfalls bei der täglichen Zeitungs- und Zeitschriftenlektüre gewinnen, wo regelmäßig auf das tragische Schicksal junger Frauen mit Brustkrebs aufmerksam gemacht wird. Ob Pop-Sängerin oder TV-Moderatorin, die Krankheitsgeschichte junger Brustkrebspatientinnen wird gerne dramatisch vor der Öffentlichkeit ausgebreitet.
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?Ich hatte auch schon das Gefühl, dass immer mehr junge Frauen an Brustkrebs erkranken?, berichtet Prof. Cosima Brucker, Chefärztin der Frauenheilkunde im Klinikum. Das liege wahrscheinlich daran, dass in ihrer Klinik mit etwa 15 Patientinnen unter 40 Jahren im Jahr überdurchschnittlich viele junge Frauen behandelt werden. Doch die offiziellen Zahlen sprechen eine andere Sprache, wie die Auswertungen des Instituts für Krebsepidemiologie der Uniklinik Lübeck zeigen. Die Zahl der Brustkrebsfälle bei Frauen unter 40 Jahren ist in den letzten Jahren nahezu konstant geblieben, in der Altersgruppe zwischen 15 und 34 Jahren liegt die Zahl der Neuerkrankungen nur bei etwa 0,01 Prozent. ?Junge Patientinnen werden eben einfach stärker wahrgenommen?, meint Brucker. Kein Grund zur Beunruhigung also, doch Vorsorge und Früherkennung sollten auch jüngere Frauen ernst nehmen. |
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Etwa die Hälfte der Frauen, die früh an Brustkrebs erkranken, tragen eines der als Brustkrebsgene identifizierten Gene in sich. Sie sind besonders gefährdet. ?Frauen, in deren Familie gehäuft Brustkrebs auftritt, sollten mit ihrem Frauenarzt reden?, rät Brucker. Ist das Risiko hoch, hat die Frau Anspruch auf eine ausführliche Beratung, einen Gentest und regelmäßige, engmaschige Vorsorgeuntersuchungen.
?Das ist genau geregelt und Frauen mit einem erhöhten Risiko sollten diese Chance unbedingt nutzen?, betont die Chefärztin. Entsprechende Beratungen werden im Brustzentrum des Klinikums in Kooperation mit dem MVZ Pränatalmedizin und Genetik Nürnberg durchgeführt. Die weitere Beratung und Testung erfolgt anschließend in einem Zentrum zu ?familiärem Brustkrebs?, das nächstgelegene Zentrum befindet sich in Würzburg.
Doch auch junge Frauen ohne erhöhtes Risiko sollten regelmäßig ihre Brust abtasten und sie von ihrem Frauenarzt untersuchen lassen. Denn die Heilungschancen sind heute bei Brustkrebs sehr gut, wenn der Krebs frühzeitig erkannt wird. Oft bleiben äußerlich keinerlei Spuren zurück. Aber auch größere Tumoren können heute vielfach brusterhaltend behandelt werden. Dabei kommt ein ausgeklügeltes System von Chirurgie, Chemotherapie, Hormontherapie, Strahlentherapie und neuen Therapieansätzen mit Antikörpern und weiteren biologischen Substanzen zum Einsatz.
Das Krebsrisiko selbst lässt sich mit einem gesunden Lebensstil reduzieren. ?Wir wissen heute, dass Übergewicht, Diabetes und Rauchen die Entstehung von Brustkrebs begünstigen?, so die Chefärztin. So bekommen Übergewichtige häufiger Brustkrebs als schlanke Frauen, weil das innere Körperfett den Insulinspiegel ansteigen lässt, was das Wachstum von Krebszellen anregt. Auch das Rauchen erhöht das Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Vor allem bei Mädchen, die im Teenageralter schon regelmäßig rauchen, steigt das lebenslange Brustkrebsrisiko deutlich an.
Wie Frauen ihre Brust selbst untersuchen und Veränderungen aufspüren können, können sie in den so genannten Mamma-Care-Kursen lernen, die auch regelmäßig im Klinikum Nürnberg angeboten werden. Information und Anmeldung bei der SBK, Tel. (0911) 433 -7826.
Autorin/Autor: Doris Strahler

