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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2008 >> Ausgabe 3 >> Kinder- und Jugendpsychiatrie - Wenn Eltern psychisch krank sind

Kinder- und Jugendpsychiatrie - Wenn Eltern psychisch krank sind

Kinder psychisch kranker Eltern trifft es oft hart. Vater oder Mutter sind aufgrund von Depressionen oder psychotischen Erkrankungen oft mit sich selbst beschäftigt, können mit ihren Kindern nichts unternehmen, reagieren nicht eindeutig.

Kinder verstehen dann oft ihre Eltern nicht mehr, ziehen sich zurück oder reagieren mit auffälligem Verhalten wie Aggressionen, Hyperaktivität oder einbrechenden Schulleistungen. Hilfsangebote für solche Kinder sind Mangelware. Auf der Agenda des neuen Chefarztes der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg, Dr. Viktor Herlitz, steht dieses Thema daher ganz oben.

Der gebürtige Nürnberger studierte in Freiburg Medizin. Von Anfang an interessierten ihn die psychiatrischen Probleme von Kindern und Jugendlichen. Herlitz machte seinen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und ist nun schon seit 26 Jahren in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie im Klinikum Nord tätig. Jahr für Jahr werden dort stationär zwischen 350 und 380 und in der Tagesklinik noch einmal 80 Kinder und Jugendliche sowie in der Ambulanz rund 1.600 Familien betreut. Die letzten 15 Jahre entwickelte Herlitz die Klinik als Oberarzt und in den letzten neun Jahren als Leitender Oberarzt weiter.
Hilfen: Der neue Chefarzt der Kinder und Jugendpsychiatrie, Dr. Viktor Herlitz, will die Unterstützungsange-bote der Klinik für Kinder und Jugendliche ausweiten
 

Als neuer Chefarzt will Herlitz nun ?die erfolgreiche Arbeit der Klinik fortsetzen, aber auch neue Ideen entwickeln und umsetzen?. Dazu gehört das Hilfsangebot für Kinder von psychisch kranken Eltern. Zusammen mit der Erwachsenenpsychiatrie will er eine Art Netzwerk einrichten, das z.B. eine Tagesklinik für Eltern beinhaltet, die dorthin ihre Kinder mitbringen können, aber auch Unterstützungsangebote für die Kinder, wenn ihre Eltern

vorübergehend ?ausfallen?, oder ambulante Sprechstunden. ?Die Kinder sollen nicht aus ihren sozialen Bezüge wie z.B. Schule herausgerissen werden?, betont Herlitz. In der Tagesklinik soll dann ?die Interaktion zwischen Eltern und Kind aufgearbeitet und gegebenenfalls verbessert werden?.

Auf der Wunschliste des Chefarztes ganz oben steht aber auch ein besseres Betreuungsangebot für psychosomatisch erkrankte Kinder und Jugendliche sowie eine Einrichtung zur Rehabilitation psychisch kranker Jugendlicher. Weder in Nürnberg, noch in Bayern gebe es, so Herlitz, Angebote für 16- bis 18-Jährige, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung z.B. einer Psychose, einer Schizophrenie, starken Depressionen oder Essstörungen gravierende Probleme mit der Persönlichkeitsentwicklung in einem Stadium haben, in der die Weichen für ihre Zukunft gestellt werden. ?Sie fallen oft aus der schulischen und beruflichen Laufbahn heraus und entwickeln Orientierungs- sowie Perspektivlosigkeit?, erläutert der Chefarzt. Die Wiedereingliederung in das Schul- und Berufsleben habe da oberste Priorität.

Mit der Einrichtung von Spezialsprechstunden will die Klinik zudem ihre Hilfsangebote ausweiten. Sie sind gedacht für Kinder und Jugendliche mit tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, mit sexuellen Reifungsstörungen, mit Traumatisierung oder mit schulbezogenen psychischen Störungen.

 

Die Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist telefonisch unter (0911) 398-2800 zu erreichen.

 

Kinder-und Jugendpsychiatrie

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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