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Prostata-Tumor - Ultraschall ersetzt Skalpell

Das Karzinom der Prostata, der Vorsteherdrüse, ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Die Urologie im Klinikum Nürnberg setzt bei der Therapie von Prostata-Krebs neben der Entfernung der Vorsteherdrüse auf die Strahlentherapie und die Brachytherapie, also die Bestrahlung von innen. Seit zwei Jahren kommt auch der so genannten hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU) zum Einsatz ? mit großem Erfolg. Die HIFU-Therapie gibt es in Nürnberg nur im Klinikum. In Bayern wird sie darüber hinaus nur in München, Regensburg, Würzburg und Kempten angeboten.

?Das Skalpell wird dabei durch hochenergetischen Ultraschall ersetzt, daher ist diese Methode besonders schonend?, erläutert Prof. Christian Bornhof, Chefarzt der Urologie. Bei der Behandlung ist auch keine Vollnarkose notwendig.

Während der Patient mit angewinkelten Beinen auf der rechten Seite in einer Art Schlafposition liegt, wird die Behandlungssonde durch den Enddarm an die Prostata herangeführt. Der Kopf der Sonde erstellt ein Ultraschallbild der Prostata und berechnet den zu behandelnden Bereich. Dann werden gebündelte Ultraschallwellen durch eine Art Hohlspiegel fokussiert. Direkt am Tumor innerhalb der Prostata entstehen dadurch Temperaturen von rund 90° Grad, die das Prostatagewebe mit dem Tumor punktgenau verbrennen.

Das Verfahren eignet sich insbesondere für Patienten im frühen Krankheitsstadium und solche, die nicht mehr operiert werden können oder wollen. Die Therapie dauert zwischen einer und zweieinhalb Stunden und wird in der Regel mit einer endoskopischen Abhobelung, der so genannten transurethralen Prostataresektion, kombiniert. Bereits wenige Stunden nach dem Eingriff kann der Patient wieder laufen. Aufgrund der minimalen Belastung reicht ein kurzer stationärer Aufenthalt von insgesamt drei bis fünf Tagen aus. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Weitere Informationen beim Infotelefon des Prostatazentrums im Klinikum Nürnberg unter (0911) 398 -75 75 (Montag von 17 bis 18 Uhr).

 

Prostatazentrum

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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