Physikalische Medizin - Stabilität durch Funktions-Tapes
Es ist keine Wunderwaffe, aber als unterstützende Therapie in der Physikalischen und Rehabilitativen Medizin sehr erfolgreich: das so genannte Funktions-Tape. Der Begriff bezeichnet ein meist aus Baumwolle hergestelltes buntes Klebeband (Tape) mit elastischen Eigenschaften. ?Mit dem Funktions-Tape, behandeln wir Patienten mit Verletzungen oder Überlastungen von Muskeln, Sehnen und Bändern?, erläutert Dr. Ulrike Kohl von der Klinik für Physikalische und Rehabilitative Medizin und für Naturheilverfahren.
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Dazu zählen der Tennis-Arm, Verspannungen in der Schulter- oder Nackenmuskulatur sowie auch Sehnenscheidenreizungen in der Unterarm-Handregion. Neben der spannungsreduzierenden und schmerzlindernden Funktion hat das Tape vor allem stabilisierende Eigenschaften, z.B. von Knie- und Sprunggelenken oder es lindert gezielt Schmerzen an der Kniescheibe. Auch nach bestimmten Operationen kann die Methode als begleitende Therapie sinnvoll sein. ?Je nach Anlagetechnik?, betont die Fachärztin, ?können wir über die Haut und ihre vielen Nervenzellen das Gelenksystem, das Organsystem, das Lymphsystem die Muskelspannung und die Schmerzwahrnehmung beeinflussen.? Dabei gehe es darum, Schmerzen zu vermindern, Muskelfunktionen zu verbessern und nicht zuletzt ein insgesamt besseres Bewegungsgefühl zu erreichen. Das Tape-Material wird von einer Rolle ab- und zugeschnitten und ? je nach Einsatzgebiet ? groß- oder kleinflächig auf die jeweilige Körperregion aufgeklebt. Die luft- und wasserundurchlässige Gewebestruktur des Baumwoll-Tapes kann bis zu eine Woche getragen werden. Allergien und Unverträglichkeiten sind selten. |
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Unter der Anleitung erfahrener Therapeuten lernen ambulante wie stationäre Patienten der Physikalischen Medizin und des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ III) in der Penzstraße beim Klinikum Nord, wie sie sich das Funktions-Tape bei Bedarf auch zu Hause anlegen können.
Entwickelt wurde die Methode bereits vor mehr als 30 Jahren und hielt schon sehr früh Einzug in den Leistungssport, bevor es sich dann zunächst in der Orthopädie und schließlich im klinischen Alltag bewährte. Auch wenn die Tape-Methode vielseitig, erfolgreich und inzwischen weitverbreitet ist, wird sie derzeit von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt.Autorin/Autor: Axel Bredehöft

