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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2008 >> Ausgabe 3 >> Pflege - Wenn der Patient eine andere Sprache spricht

Pflege - Wenn der Patient eine andere Sprache spricht

Es ist für niemanden leicht, im Krankenhaus zu liegen und auf die Hilfe von Pflegepersonal angewiesen zu sein. Kritisch wird es, wenn sprachliche Verständigungsschwierigkeiten dazu kommen. Das Klinikum Nürnberg betreut Patienten aus aller Welt ? viele von ihnen sind der deutschen Sprache kaum oder gar nicht mächtig. Wie lässt sich hier gute Pflege erreichen, die sich ja immer am Menschen orientieren soll?

Eine sprachliche Weiterbildung kann manche Pflegesituation erleichtern. Dieses Ziel verfolgt der vom Centrum für Kommunikation, Information, Bildung (cekib) mit einer Dozentin des Bildungszentrums veranstaltete Sprachkurs für Pflegekräfte, ?English Conversation for Nurses?. ?Mein Schulenglisch reicht für eine normale Unterhaltung, aber wie sage ich dem Patienten, dass ich ihm einen Druckverband anlegen oder subkutan eine Heparin-Spritze verabreichen muss?, erläutert Gabriele Meyer ihre Beweggründe, den Kurs zu absolvieren. Sie betreut in der Kardiologie häufig Patienten aus dem russischen und arabischen Sprachraum, die in der Regel gut Englisch sprechen. Nun hat sie Fachbegriffe im Kurs gelernt und kann sie im Pflegealltag einsetzen.

Ähnlich motiviert ist auch Melanie Hemprich von der ?Fast Track-Station?, auf der Kurzzeitpatienten liegen. Gerade zum Christkindlesmarkt oder im Sommer kommen oft Touristen, die während der Reise erkranken. Bei den Amerikanern, Australiern, Skandinaviern und Japanern sind dann Englischkenntnisse gefragt. Hemprich findet es wichtig, ?Patienten auf Englisch erklären zu können, dass sie nicht aufstehen dürfen und die Bettpfanne benutzen müssen, ohne dass dies peinlich oder kränkend wirkt?.

 

Dennoch gibt es viele Patienten, bei denen man mit Englisch nicht weiterkommt. In Nürnberg leben Migranten aus über 100 Nationen mit vielen Sprachen - das babylonische Sprachengewirr, das auch im Klinikalltag auftritt, bedeutet für die Pflegenden eine große Herausforderung. Hier helfen oftmals Kinder oder andere Verwandte sowie professionelle Dolmetscher. ?Zur Not fragen wir auch mal die Kollegen vom Hausservice oder vom Hol- und Bringdienst, ob sie uns kurz mit ihren Sprachkenntnissen bei ihren Landsleuten auszuhelfen?, bemerkt Christine Henry von der Allgemeinchirurgie. Auch auf KOM-MA (Kommunikationsmaterialien), das im Intranet des Klinikums die wichtigsten medizinischen und pflegerischen Begriffe in elf Sprachen anbietet, greift das Pflegepersonal zurück.

Das A und O der Kommunikation mit den Patienten ist für Henry und ihre Kolleginnen aber, dass man sich einfach ausdrückt, langsam spricht, Mimik und Gestik, also auch die Körpersprache, einsetzt. Das hilft bei allen fremdsprachigen Patienten. ?Wenn sie merken, dass man auf sie eingeht, wenn man sich Zeit nimmt und sich um Verständigung bemüht, auch wenn sie vielleicht nicht immer perfekt klappt, sind die Patienten dankbar,? erklärt sie. Dann könne ?eine gerade im Krankenhaus so wichtige Vertrauensbasis hergestellt werden?.

 

Anfang 2009 wird wieder ein Englischkurs für Pflegende stattfinden. Weitere Informationen bei Gabriele Birl vom cekib (0911) 398 -26 38.

 

cekib

Autorin/Autor: Justina Mehringer

 
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