Fernlehrgänge im Gesundheitswesen - BWL-Fachwissen in der Sauna büffeln
?Es muss ein anderes Leben neben dem Krankenhaus geben, ich musste etwas anderes machen als immer nur Anästhesie.? Nach 17 Jahren im katholischen Augusta-Krankenhaus in Düsseldorf hatte Dr. Edda Ehlers genug vom Narkose-Alltag. Als Oberärztin war sie am Ende ihrer Karriereleiter angelangt und suchte eine neue Herausforderung. Für ihr berufliches Fortkommen wollte sie etwas Neues lernen, ohne dabei die Schulbank drücken zu müssen. Denn das ging neben ihrem stressigen Job nicht.
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Über einen Flyer in einer Fachzeitschrift wurde die 46-Jährige auf den Fernlehrgang ?Betriebswirtschaftslehre im Krankenhaus? in Nürnberg aufmerksam, der zusammen vom Centrum Kommunikation, Information und Bildung (cekib) des Klinikums Nürnberg und dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der Universität Erlangen-Nürnberg veranstaltet wird. Nach bestandener Abschlussprüfung erhielt die Oberärztin nicht nur das begehrte Zertifikat. Als 1.000ste Teilnehmerin der seit 2003 angebotenen Fernlehrgänge ?BWL im Krankenhaus / in der Arztpraxis? bekam sie auch einen großen Blumenstrauß. |
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Vor fünf Jahren startete cekib seinen ersten Fernlehrgang zum Thema ?BWL im Krankenhaus?. Seitdem sind viele Fernlehrgänge z.B. zu den Themen ?Ethikberatung?, ?Sturzprophylaxe in der Pflege?, ?Intensivmedizin? oder ?Schmerzmanagement in der Pflege? dazugekommen. ?Heute sind wir einer der führenden bundesweiten Bildungsanbieter für das Gesundheitswesen?, erläutert cekib-Leiter Stephan Kolb nicht ohne Stolz. Das Flaggschiff ist und bleibt jedoch der BWL-Fernlehrgang. Kein Wunder, spielt das Wissen über ökonomische Zusammenhänge in allen Bereichen des Gesundheitswesens eine immer größere Rolle.
?Während des Medizinstudiums haben wir das nicht gelernt und im ärztlichen Alltag hat man dafür keine Zeit mehr?, erläutert Ehlers. Nach ihrem Studium war sie als Notärztin tätig und flog lange Jahre im Rettungshubschrauber, bevor sie in die Anästhesie des 120-Betten-Hauses in Düsseldorf wechselte. Als sie dort ihren Chef einmal bei Budgetverhandlungen vertreten musste, wurde ihr bewusst, wie wenig sie über Krankenhausfinanzierung, Beschaffung, Logistik, Marketing oder das Sozialversicherungssystem wusste. All das hat sie nun mit 40 Lehrbriefen gelernt. Jede Woche erhielt sie eine 15 bis 20 Seiten starke Mappe, die sie durcharbeiten und verstehen musste. ?Ich habe die Ordner meistens am Wochenende oder im Urlaub gelesen oder einzelne Kapitel auch noch mit in die Sauna genommen?, berichtet die Oberärztin.
Vier bis fünf Stunden musste sie pro Woche neben ihrem Berufsalltag investieren. Das war es ihr wert: ?Das war Klasse, das Lernen hat richtig Spaß gemacht.? Hatte sie vorher von ?Outsourcing?, ?Profit-Center? oder ?Budgetierung? nur eine blasse Ahnung, weiß sie jetzt über diese Dinge, die den ökonomischen Alltag eines Krankenhauses mittlerweile beherrschen, gut Bescheid. Dieses Wissen will sie nun nutzen, um sich beruflich zu verändern: ?Ich werde mich nun auf Chefarzt-Stellen bewerben oder in das Krankenhaus-Management einsteigen.?
Den Fernlehrgang wird Edda Ehlers ?auf jeden Fall weiter empfehlen?. Das Lernen in der Freizeit zu Hause und die beiden Präsenztage am Schluss in Nürnberg konnte sie problemlos in ihren Alltag integrieren.
Nähere Informationen bei www.cekib.de.
Autorin/Autor: Bernd Siegler

