Kardiologie - Dreidimensionale Bilder aus dem Inneren des Herzen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine tägliche Bedrohung und nicht selten enden sie tödlich. In den Industrienationen wie Deutschland zählen sie zu den häufigsten Erkrankungen. Ziel der medizinischen Forschung ist es daher, noch leistungsfähigere diagnostische Verfahren zu entwickeln, um drohende Gefahren so früh wie möglich erkennen zu können. Und das bei einer denkbar geringen Belastung für die Patienten.
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Dank einer großzügigen Spende der Theo und Friedl Schöller-Stiftung in Höhe von 40.000 Euro konnte im Klinikum Süd jetzt ein Magnetresonanztomografie-Messplatz technisch so aufgerüstet werden, dass krankhafte Veränderungen am Herzen in einer völlig neuen Bildqualität darstellbar sind: ?Das liefert in dieser Qualität kein anderes klinisches Diagnoseverfahren?, betont Prof. Matthias Pauschinger, Chefarzt der Kardiologie. In der Investition sieht er einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Gründung eines Herz-Kreislauf-Zentrums der betreffenden Fachdisziplinen im Klinikum Süd. Mit dem 3.0-Tesla-Magnetresonanztomograf (MRT), einer neuen Generation hochauflösender Geräte, lässt sich zum Beispiel diagnostizieren, ob Teile des Herzmuskels nach einem Infarkt vollkommen abgestorben sind oder Bereiche ? etwa durch eine Bypass-Operation ? wieder durchblutet werden können. ?Man sieht, wie sich der Muskel zusammenzieht, ob er das Blut aus der linken Herzkammer vollständig in die Aorta presst oder ob die Herzklappen richtig funktionieren?, erklärt Dr. Ingrid Bär, Chefärztin der Radiologie im Klinikum Süd. Auch Veränderungen und Einrisse der Aorta, die zu gefährlichen Gefäßaussackungen (Aneurysmen) führen können, werden damit sichtbar. |
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Die so genannte Herz-Magnetresonanztomografie (Herz-MRT) beruht nicht auf Röntgenstrahlen, sondern nutzt starke Magnetfelder und Radiowellen mit denen das gesamte Organ dreidimensional dargestellt werden kann. Das starke Magnetfeld ist allerdings auch der Grund dafür, weshalb die Untersuchung für Patienten mit Herzschrittmacher sowie sehr langen Metallimplantaten nicht geeignet ist.
Bei der etwa 60 bis maximal 90 Minuten dauernden Untersuchung liegt der Patient in einer tunnelähnlichen Röhre, mit einer Länge von etwa 1,60 Meter. Wie bei der Röntgendiagnostik werden ihm gut verträgliche Kontrastmittel gespritzt, um die Qualität der Bilder zu verbessern.
?Der Patient?, beschreibt Dr. Johannes Schwab, Oberarzt in der Kardiologie, ?sollte möglichst ruhig bleiben und muss manchmal für wenige Sekunden den Atem anhalten, um exakte Aufnahmen zu garantieren.? Eine Verbindung über Sprechfunk sowie ein Schalter in der Hand des Patienten sichern dabei den Kontakt zum Klinikpersonal. Währenddessen sitzen die Radiologen im Nebenraum vor den Monitoren und analysieren die vom 3.0-Tesla-MRT gelieferten Bilder.
Autorin/Autor: Axel Bredehöft

